Orkan „Xaver“ und seine Auswirkungen auf Kiel

Bereits seit Mittwoch warnen alle Behörden und Einsatzkräfte vor den Auswirkungen von Orkantief „Xaver“. Am Donnerstag war bereits einiges los in der Landeshauptstadt.

Gegen Mittag hieß es für alle schulpflichtigen Kinder „stumfrei“

Wie das Bildungsministerium am Donnerstagvormittag mitteilte:

Auf­grund des auf­zie­hen­den Orkans und der mög­li­chen Gefähr­dung von Schü­le­rin­nen und Schü­lern wird drin­gend emp­foh­len, den öffent­li­chen Schul­be­trieb lan­des­weit spä­tes­tens bis 13.00 Uhr zu been­den und für eine geord­nete Heim­kehr der Schü­le­rin­nen und Schü­ler Sorge zu tragen.

Am mor­gi­gen Frei­tag, den 06.12.2013, fällt lan­des­weit der Unter­richt an allen öffent­li­chen Schu­len aus.

Bitte infor­mie­ren Sie sich par­al­lel auch über Radio, Fern­se­hen und unsere Hot­line (0800−1827271).

Quelle: Web­seite des Bil­dungs­mi­nis­te­ri­ums.

Auch für die Jüngsten wurde die Betreuung im Laufe der Mittagszeit freigegeben. Wie die Stadt Kiel auf ihrer Orkan-Warnseite verkündete: „Alle städ­ti­schen Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen schlie­ßen ab 14 Uhr, ein­schließ­lich Frei­tag, 6. Dezem­ber. Eltern sind auf­ge­for­dert ihre Kin­der bis 14 Uhr abzuholen.

Selbst die Studierenden der Fachhochschule und der Universität wurden ab 12 Uhr entlassen. Gemeinsam mit den Mitarbeitern der beiden Hochschulen wurden in der Mittagszeit die Türen hinter ihnen geschlossen. Auch an den Wirt­schafts­aka­de­mien im Land fällt der Unter­richt aus. Flens­burg hatte am Don­ners­tag bereits geschlos­sen, ebenso der Abend­un­ter­richt in Elms­horn und an der FH. In Husum fällt der Unter­richt am Frei­tag aus.

Wie die Kinder, so die Eltern – zumindest im Staatsdienst

Nachdem die Universität ihre Beschäftigten um 12 Uhr ohne Fehlarbeitszeiten in den aufkommenden Sturm entlassen hatten und ihnen die Option gab, auch am Freitag Zeitausgleich oder Urlaub zu nehmen, zog um 14 Uhr auch die Stadtverwaltung nach: „Die Lan­des­haupt­stadt Kiel wird ab 14 Uhr ihren Dienst ein­stel­len! Dies gilt bis ein­schließ­lich Frei­tag, 6. Dezem­ber. Bür­ge­rin­nen und Bür­ger die wich­tige Ter­mine haben wer­den durch die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Lan­des­haupt­stadt Kiel informiert.

Der Ministerpräsident hat seinen Landesbeschäftigten ebenfalls frei gegeben – genauso duften auch die Mitarbeiter der Fraktionen der Grünen und der Piraten früher das Büro verlassen.

Einschränkungen im Bahnverkehr

Die Deutsche Bahn betreibt keinen Fernverkehr mehr aus und nach Schleswig-Holstein. Einige Züge fahren mit geringer Geschwindigkeit, was für Verspätungen sorgt, andere fahren gar nicht. Es wird auch nicht besser:

Im Zug­ver­kehr in Schleswig‐​Holstein/​Hamburg gibt es fol­gende Beein­träch­ti­gun­gen: Der Fern­ver­kehr nach von und nach Schleswig‐​Holstein sowie nach Däne­mark wurde ein­ge­stellt, ebenso der Sylt‐​Shuttle zwi­schen Nie­büll und Westerland.

Im Regio­nal­ver­kehr in Schleswig‐​Holstein kommt es auf allen Stre­cken auf Grund ver­min­der­ter Geschwin­dig­kei­ten der Züge zu deut­lich län­ge­ren Fahr­zei­ten und Zug­aus­fäl­len. Auf der Stre­cke Neu­müns­ter – Flens­burg wurde der Zug­ver­kehr eingestellt.

(…)

Für Frei­tag wur­den bun­des­weite Schnee­fälle ange­kün­digt. 37 Abtau­an­la­gen für Züge und 64 Schnee­räum­fahr­zeuge sind ein­satz­be­reit. Ein Pool an Die­sel­loks wird vor­ge­hal­ten, um gege­be­nen­falls Stre­cken zu befah­ren, bei denen die Ober­lei­tung ver­eist ist.

Alle Infor­ma­tio­nen zu den Aus­fäl­len und Ver­spä­tun­gen der Deut­schen Bahn erhal­ten Sie hier.

Auch bei der Autokraft und der KVG kommt es zu (wenigen) Ausfällen.

Das tägliche Leben wurde lahmgelegt

Die Stadt Kiel hat zusätzlich einige Informationen veröffentlicht:

  • Alle Kurse der för­deVHS fal­len am Don­ners­tag, 5. Dezem­ber, und am Frei­tag, 6. Dezem­ber, aus.
  • Alle öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen im Rat­haus fal­len aus.
  • Alle Kurse der för­deVHS fal­len am Don­ners­tag, 5. Dezem­ber, und am Frei­tag, 6. Dezem­ber, aus.
  • Am Frei­tag, 6. Dezem­ber fal­len alle Wochen­märkte aus.
  • Der Weih­nachts­markt in der Innen­stadt und das Eis­fes­ti­val auf dem Rat­haus­platz blei­ben am Frei­tag bis 15 Uhr geschlos­sen. Ob dann geöff­net wird, ent­schei­det sich im Laufe des Vormittags.
  • Das Sozi­al­po­li­ti­sche Hea­ring am Frei­tag, 6. Dezem­ber fällt aus. Einen Ersatz­ter­min wird es Anfang 2014 geben.
  • Das Stadt– und Schiff­fahrts­mu­seum War­le­ber­ger Hof ist bis ein­schließ­lich Frei­tag, 6. Dezem­ber zu. Die Geschichts­werk­statt mit HDW fällt aus.
  • Das Kul­tur­Fo­rum schließt auch. Alle Ver­an­stal­tun­gen vom 5. Dezem­ber fal­len somit aus. Ersatz­ter­min für EMMI & Herr Will­now­sky ist der 11. Februar 2014.

Die Sparkassen‐​Arena mel­det, dass die heutige„Weihnachtsparty des Nor­dens für Men­schen mit und ohne Behin­de­run­gen“ mit DJ Gary nicht statt­fin­den wird: „Die Ver­an­stal­tung wurde auf­grund der Sturm­war­nung abge­sagt! Ob es einen Ersatz­ter­min geben wird, ent­schei­det sich morgen.“

Weitere Informationen werden wir gegebenenfalls ergänzen.

Die Wetterlage in Kiel

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldet für Kiel folgendes:

Amt­li­che UNWET­TER­WAR­NUNG vor ORKANBÖEN

für Stadt Kiel

gül­tig von: Don­ners­tag, 05.12.2013 10:00 Uhr

bis: Don­ners­tag, 05.12.2013 19:00 Uhr

aus­ge­ge­ben vom Deut­schen Wetterdienst

am: Mitt­woch, 04.12.2013 18:32 Uhr

Es tre­ten Orkan­böen mit Geschwin­dig­kei­ten über 120 km/​h (33m/​s, 64kn, Bft 12) anfangs aus süd­west­li­cher, spä­ter aus nord­west­li­cher Rich­tung auf.

Die War­nung wird vor­aus­sicht­lich verlängert.

ACH­TUNG! Hin­weis auf mög­li­che Gefah­ren: Es sind unter ande­rem ver­brei­tet schwere Schä­den an Gebäu­den mög­lich. Bäume kön­nen zum Bei­spiel ent­wur­zelt wer­den und Dach­zie­gel, Äste oder Gegen­stände her­ab­stür­zen. Schlie­ßen Sie alle Fens­ter und Türen! Sichern Sie Gegen­stände im Freien! Hal­ten Sie ins­be­son­dere Abstand von Gebäu­den, Bäu­men, Gerüs­ten und Hoch­span­nungs­lei­tun­gen. Ver­mei­den Sie mög­lichst den Auf­ent­halt im Freien!

Quelle: DWD /​RZ Hamburg

Notruf aus dem Norden: Rotes „L“ auf dem Rathausplatz in Kiel

Plasmaspender sind Lebensretter – um diese wichtige Aussage aufmerksamkeitsstark zu visualisieren, formierten sich gestern 50 Menschen in der Kieler Innenstadt zu Deutschlands größtem „L“ für „Lebensretter“. Anlass für diese Aktion ist die International Plasma Awareness Week vom 13. bis 20. Oktober, die weltweit ein Bewusstsein für die hohe Bedeutung von Plasmaspenden schaffen möchte. Denn in Deutschland fehlen rund 5.000 Plasmaspender, um den ständig wachsenden Bedarf an Blutplasma decken zu können.

Deutschlandweit fehlen rund 5.000 Spender von Blutplasma

Zur International Plasma Awareness Week bildeten 50 Menschen in der Kieler Innenstadt ein "L" für Lebensretter, um auf die hohe Bedeutung von Plasmaspenden hinzuweisen. Bild: CSL Plasma/F. Schischefsky

Zur International Plasma Awareness Week bildeten 50 Menschen in der Kieler Innenstadt ein „L“ für Lebensretter, um auf die hohe Bedeutung von Plasmaspenden hinzuweisen. Bild: CSL Plasma/F. Schischefsky

Blutplasma ist die Basis für zahlreiche Arzneimittel, die überlebenswichtig sind für Menschen mit seltenen Erkrankungen wie beispielsweise einer genetisch bedingten Hämophilie („Bluterkrankheit“), mit einem angeborenem Immundefekt oder mit dem Hereditärem Angioödem, einer Erbkrankheit, bei der es zu Schwellungen an der Haut, den Schleimhäuten oder an inneren Organen kommt. Auch Unfallopfer können Empfänger von Spenderplasma sein. „Aufgrund der medizinischen Entwicklung steigt der Bedarf an Plasma ständig, gleichzeitig gehen immer weniger Menschen zur Plasmaspende“, so Michael Schröder, Geschäftsführer der CSL Plasma GmbH. Innerhalb der vergangenen drei Jahre ging die Anzahl der Spender um mehr als 20 Prozent zurück.

CSL Plasmacenter ruft mit ungewöhnlicher Aktion zum Plasmaspenden auf

So fehlen zum Beispiel in Kiel aktuell rund 500 Spender. „Jeder einzelne Freiwillige ist uns mehr als willkommen, denn jede Spende zählt“, erklärte Gesine Lamp, Managerin des CSL Plasmacenters in Kiel. „Wir freuen uns über alle neuen Spender, die den Weg zu uns finden – je mehr, desto besser.“ Diesen Weg bereits gefunden hat Stephanie Kern: Sie hat schon knapp 600 Mal Plasma gespendet. „Das Spenden ist ein unkomplizierter Vorgang. So kann ich mit geringem Aufwand dazu beitragen, dass chronisch kranke Menschen ein weitgehend normales Leben führen können“, erklärte Kern. Zum „L wie Lebensretter“-Tag des CSL Plasmacenters war auch eine betroffene Patientin gekommen. „Ich leide an einem angeborenen Immundefekt, dem sogenannten variablen Immundefekt-Syndrom“, erzählte Anja Franke. Ihrem Blut fehlen Antikörper, wodurch sie extrem anfällig für Infektionen ist. Sieben Jahre dauerte ihre Ärzte-Odyssee, bis ihre Krankheit diagnostiziert wurde und entsprechend behandelt werden konnte. „Ich bin auf Medikamente angewiesen, die aus dem Plasma freiwilliger Spender hergestellt werden – ohne diese Medikamente wäre ich vielleicht schon gestorben.“

In Deutschland werden rund 16.000 chronisch Kranke mit Plasmapräparaten behandelt. Für sie alle werden freiwillige Plasmaspender zu Lebensrettern. Prof. Dr. Volker Wahn, Leiter der Sektion Infektionsimmunologie in der Klinik für Pädiatrie der Charité Berlin, erklärt: „Das Spenderplasma wird unter anderem zu so genannten Immunglobulinen weiterverarbeitet, die alle wichtigen Antikörper enthalten. Gibt es immer weniger Plasmaspenden, hätte das dramatische Folgen für die Betroffenen, denn sie könnten nicht mehr ausreichend mit solchen Antikörpern versorgt werden, denn diese sind nicht synthetisch herstellbar.“

Plasma kann weitaus häufiger als Blut gespendet werden, da noch während des Spendenvorgangs das Plasma aus dem Blut herausgelöst und die restlichen Bestandteile des Blutes – die Blutzellen – dem Spender sofort wieder zugeführt werden. Da dieser Vorgang schonender für den Organismus ist als eine Blutspende, sind Plasmaspenden bis zu 45 Mal im Jahr möglich; dafür geeignet ist jeder Gesunde im Alter zwischen 18 und 59 Jahren.

Raser mit 203 km/h auf Kiels Strassen unterwegs

iStock_000009318345XSmallNegativrekord bei Geschwindigkeitsmessung: Mit 203 Stundenkilometern über die B76

Wer zu schnell fährt, gefährdet nicht nur sich selbst sondern auch seine Mitmenschen. Das städtische Bürger- und Ordnungsamt führt daher auf Kiels Straßen regelmäßig Geschwindigkeitsmessungen durch, um Autofahrerinnen und Autofahrer dafür zu sensibilisieren, sich an die vorgegebenen Tempobegrenzungen zu halten.

Am Donnerstag, 19. September, fand eine solche Messung auf der B76 statt. Dabei hatte es der Fahrer eines Sportwagens ganz besonders eilig: Er brauste mit 203 Stundenkilometern am Messort vorbei – ein unrühmlicher Negativrekord, der auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bürger- und Ordnungsamtes für Erstaunen und Kopfschütteln sorgte.

Der Fahrer muss nun mit einem Bußgeld von über 630 Euro, vier Punkten in der Flensburger „Verkehrssünderdatei“ sowie einem dreimonatigen Fahrverbot rechnen.

Bundestagswahl in Kiel am 22. September

Am Sonntag haben alle Bundesbürger über 18 Jahren die Möglichkeit, ihre Stimmen bei der Bundestagswahl abzugeben. Die Landeshauptstadt Kiel, die Gemeinden Altenholz und Kronshagen bilden zur Bundestagswahl einen Bundestagswahlkreis, den Wahlkreis 5 Kiel. In der Landeshauptstadt Kiel entscheiden rund 188.000 wahlberechtigte Kielerinnen und Kieler mit ihrer Stimmabgabe mit. Aber wie ist so ein Wahlzettel aufgebaut? Wieviele Stimmen habe ich? Und wo ist die Ankreuzmöglichkeit für den Bundeskanzler?

Zuallererst: Die Posten von Ministerpräsident und Bundeskanzler werden nicht direkt vom Volk gewählt. Dafür wählt man mit der Erststimme seinen persönlichen Vertreter im Bundes- bzw. Landtag. Die restlichen Plätze werden über die Zweitstimme verteilt. Je mehr Stimmen eine Partei erhält, desto mehr Personen können den direkt gewählten Abgeordneten folgen.

Wichtig: Wählen kann nur, wer in das Wählerverzeichnis eingetragen ist. Man kann auch ohne Wahlbenachrichtigung wählen gehen, der Personalausweis oder Reisepass genügt, um im Wählerverzeichnis gefunden zu werden. Auch ein abgelaufener Personalausweis gilt als Nachweis der Identität. Doch wo findet man sein Wahllokal? Sollte die Wahlbenachrichtigung nicht mehr auffindbar sein, einfach auf dem Wahllokalfinder von Kiel.de nachschauen – oder den gemütlich zum Wahllokal schlendernden Pärchen auf der Strasse folgen.

Die Namen der antretenden Kandidaten und am Sonntagabend auch live die Ergebnisse für Kiel kann man ebenfalls auf der Wahlseite der Stadt Kiel einsehen. Dort kann der interessierte Besucher  die Zahlen filtern für die Bereiche Altenholz, Kronshagen und das Stadtgebiet Kiel, sowie für die einzelnen Wahlbezirke.

Am Sonntag keine Zeit zum wählen?

Wer am Sonntag verhindert ist, kann bereits vorher im Rathaus, Fleethörn 9, Sitzungssaal II (Untergeschoss) seine Stimme abgeben – letztmöglicher Termin ist am Freitagabend kurz vor 18 Uhr. Wer danach plötzlich erkrankt, kann sich die Briefwahlunterlagen dort auch noch am Wahlsonntag bis 15 Uhr abholen lassen. Es gibt also nur wenig Gründe, nicht zur Wahl zu gehen.

Kieler Open Source und Linux Tage am 20. und 21. September

Nach den diesjährigen Abhör-Skandalen werden die Rufe nach mehr Freiheit und Privatsphäre immer lauter. Doch wie geht das eigentlich mit dem anonymen Surfen? Wie schützt man sich und seine Daten vor allzu neugierigen Blicken? Am 20. und 21. September können sich alle, die tagtäglich mit Internet, Email und Co zu tun haben, in Workshops und Vorträgen informieren, sich von den Ausstellern beraten lassen und noch dazu jede Menge Neues über die Bedeutung freier Software erfahren.

Freie Software – was ist das eigentlich?

‚Freie Software‘ bzw. ‚Open Source Software‘ – das sind Computerprogramme, die von ihren Nutzern (nahezu) uneingeschränkt kopiert, weiterverbreitet und verändert werden dürfen. Jeder hat die Möglichkeit, sich die ‚Quelltexte‘, also den vom Programmierer geschriebenen Text, anzusehen und nachzuverfolgen, was das Programm eigentlich wirklich tut. In den meisten Fällen ist Open Source Software zudem kostenlos (Beispiel: Mozilla Firefox, LibreOffice, viele Linux-basierte Betriebssysteme). Traditionell haben bei den Entwicklern und Nutzern freier Software die Bereiche ‚Privatsphäre‘ und ‚Sicherheit‘ einen hohen Stellenwert.

Das Programm

Die elften ‚Kieler Open Source und Linux Tage‘ starten am Freitag, dem 20. September mit einer Keynote zum Thema ‚Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und Privatheit in einem überwachten Internet‘. Gleich zwei Workshops widmen sich an diesem Tag der Sicherheit: Zum einen kann der Besucher hier lernen, wie man im Internet seine Anonymität wahren kann, zum anderen, wie man selbst ein sicheres Netzwerk aufbaut. Die Schlüssel bzw. Zertifikate, die für eine Verschlüsselung benötigt werden, kann man sich am Stand von ‚CAcert‘ Bildschirmfoto 2013-09-16 um 17.01.33auch gleich signieren lassen. Diese ‚Unterschrift‘ bestätigt die Identität des Zertifikatsbesitzers, so dass der Empfänger einer Email eine Fälschung leicht erkennen kann. Das weitere Programm am ‚Firmentag‘ richtet sich vorrangig an Entwickler, Administratoren und IT-Entscheider. So findet unter anderem ein zweieinhalbstündiger, intensiver Workshop über die Administration in Schulen mit univention@school statt, in dem die zuständigen Entscheider und IT-Beauftragten der Schulen sich über die Funktionen und Möglichkeiten dieser Software informieren können. Weitere Themen am Freitag sind das Werkzeug ‚Puppet‘ zum Konfigurationsmanagement, die Deployment- und Konfigurations-Software ‚(R)?ex‘, die Webentwicklung mittels ‚Tntnet‘, Softwarepatente und die Administration per Kommandozeile.

Am Samstag, den 21. September, ist Software Freedom Day – der weltweite Tag der freien Software, an dem zur Verwendung freier Software und offener Standards aufgerufen, über freie Software informiert und ganz einfach nur freie Software an sich und ihre Entwickler gefeiert werden. Das Tagesprogramm richtet sich daher vor allem an Nutzer und Einsteiger und zeigt außerdem erste Schritte in die ‚Community‘, die Gemeinschaft der Macher freier Software, auf. Morgens geht es gemütlich mit einem gemeinsamen Software-Freedom-Frühstück (Essen bitte selber mitbringen) los. Bei den Workshops gibt es dann an diesem Tag einen ‚Grafiktrack‘, in dem Besucher den Umgang mit dem freien Foto- und Grafikprogramm ‚Gimp‘ und dem Vektorzeichenprogramm ‚Inkscape‘ lernen und einen spannenden und überraschenden Einblick in das Thema ‚Bilderfälschung‘ gewinnen können. Ein weiterer Workshop führt in die Anpassung und Nutzung des KDE-Desktops ein – und als Bonbon für Bastler gibt es einen Workshop zum Zusammenbau und zur Inbetriebnahme des Raspberry Pi, eines günstigen Kleinstcomputers, der für viele Bastel- und Hobbyzwecke eingesetzt werden kann. Die Vorträge am Samstag widmen sich unter anderem der unzensierten Websuche mit YaCy und der Nutzung sicherer Passwörter.

Die Specials neben den Vorträgen

Wer sein Wissen zu Linux und freier Software nachweisen möchte (oder muss), hat am Samstag außerdem die Gelegenheit zur Teilnahme an Prüfungen des Linux Professional Institute (LPI). Hierfür ist eine vorherige Anmeldung über die Webseite des LPI notwendig.

An beiden Veranstaltungstagen steht den Besuchern die ‚Linux Lounge‘ offen, wo man sich in gemütlicher Atmosphäre über Linux und freie Software austauschen kann. Es werden freie Filme gezeigt (u.a. der sehenswerte Animationsfilm ‚Big Buck Bunny‘) und es stehen mehrere PCs zur Verfügung, an denen freie Software ausprobiert werden kann. Wer mag, kann an seine Freunde, die leider nicht dabei sein konnten, Grüße in Form einer guten alten Postkarte vom Linuxtag verschicken. Am Abend findet jeweils die Auslosung der Tombolagewinner statt – es winken wertvolle Buchpreise, ein Kurs im Linux-Hotel und lustige Gadgets.

Weitere Informationen

  • Die Kieler Open Source und Linux Tage finden in den Räumen des Kieler Innovations- und Technologiezentrums (KITZ) in der Schauenburger Straße 116 statt.
  • Organisiert wird die Messe von der Kieler Linux Initiative. Die Veranstaltung wird unterstützt von DiWiSH (Digitale Wirtschaft Schleswig-Holstein).
  • Öffnungszeiten: Freitag, 20.09.2013 und Samstag, 21.09.2013, 10.00 – 17.00 Uhr
  • Webseite der Kieler Open Source und Linuxtage
  • Anmeldung zu den Workshops
  • Das komplette Programm
  • Alle Vorträge werden auch als Livestream übertragen

Der Eintritt und die Beteiligung an allen Workshops sind natürlich – ganz im Sinne der Veranstaltung – frei.

Lichtsegelbaum zum Kieler Weihnachtsmarkt

Generalprobe zur Illumination des Lichtsegelbaums lief erfolgreich – Weihnachten in KIEL.SAILING CITY kann kommen

Am Mittwochabend, dem 11. September erstrahlte der Kieler Bootshafen in ungewöhnlicher Weise. Bei bester Punschlaune zählten die Anwesenden den Countdown für die neue Weihnachts- und Winterbeleuchtung der Kieler Innenstadt herunter. Unter Beifall beleuchtete der am Vortag aufgestellte Lichtsegelbaum den Kieler Bootshafen und die geladenen Gäste. Anrainer der Holstenstraße, Vertreter der Förderbords, Sponsoren, der Vorstand und Aufsichtsrat von Kiel-Marketing und Vertreter der Presse waren zur Generalprobe eingeladen.

Generalprobe lief erfolgreich (Bild: Kiel Sailing City).

Die Generalprobe lief erfolgreich (Bild: Kiel Sailing City).

Mit Begeisterung und vielen „Ohs und Ahs“ wurde das Lichtobjekt begrüßt. Der 8,50 Meter hohe Lichtsegelbaum legt damit den Grundstein für das neue Winter- und Weihnachtsbeleuchtungskonzept für KIEL.SAILING CITY, welches exklusiv für die Metropole am Meer von der österreichischen Firma blachere entwickelt wurde.

Neben diesem Lichtsegelbaum sind derzeit rund 30 Überspannungen in der Innenstadt geplant, von denen Teile in der ersten Phase in diesem Winter in der Holstenstraße umgesetzt werden. Auch für diese Lichtobjekte konnte am gestrigen Mittwochabend ein Muster am Nordlicht-Gebäude begutachtet werden. Der blau-weiße Stern, der an einen Kompass angelehnt ist, sowie der Sternenschweif in Segelform (der in seiner Form und Länge noch überarbeitet wird) begeisterten mit Blick auf die dahinter liegende Nikolaikirche ebenfalls seine Betrachter.

Die Winterbeleuchtung wird die Kieler Innenstadt in der dunklen Jahreszeit von November 2013 bis März 2014 maritim erleuchten.

Entlaufener Schafbock leistet „tierischen Widerstand“ in Kiel

Samstagabend hat ein entlaufener Schafbock in Kiel Polizei und Feuerwehr auf Trab gehalten und den Einsatz höchster Überredungskunst und Muskelkraft gefordert. Wie Merle Neufeld von der Polizeidirektion Kiel berichtet, meldete gegen 20.30 Uhr ein Passant der Polizei, dass ihm im Kleingartengelände Hassee gegenüber der Hasseer Straße ein eher ungewöhnlicher Spaziergänger begegnet sei – ein Schaf.

Die Berufsfeuerwehr Kiel leistete vollen Einsatz (Bild: Polizeidirektion Kiel)

Die Berufsfeuerwehr Kiel leistete vollen Einsatz (Bild: Polizeidirektion Kiel)

Dieses war offensichtlich irgendwo ausgebüxt, denn weder ein Zaun noch ein Schäfer waren weit und breit zu sehen. Als Beamte des Polizeibezirksreviers Kiel den beschriebenen Ort erreichten, erblickten sie den wolligen Flüchtling sofort. Der war zwar unverletzt, machte auf die Polizisten aber einen äußerst geschwächten Eindruck. Nachdem alle Versuche, den Eigentümer des Schafes zu ermitteln, fehlschlugen, suchten die Einsatzkräfte Hilfe bei der Berufsfeuerwehr Kiel. Diese rückte mit einem Fahrzeug zum Transport von Tieren an. Beim Verladen legte der scheinbar müde Vierbeiner dann ungeahnte Kräfte zu Tage, um nicht in das ihm vermutlich unbekannte Gefährt steigen zu müssen. Schließlich nützte aber alle Bockigkeit nichts und hinter dem Tier fielen die Türen des Transporters ins Schloss. Um 21.20 Uhr bezog das Schaf dann eine Notunterkunft im Tierheim Uhlenkrog. Sicherlich würde es sich über eine baldige Abholung und Rückführung auf die heimische Weide freuen.