Magnet für Biergartenfans: Die Forstbaumschule Kiel

Das Gelände der „Forstbaumschule“ hat bereits eine abwechslungsreiche Geschichte hinter sich: Heute ist es ein frei zugänglicher Park, dessen Wege zum Spazieren gehen und die Wiesen zum Grillen einladen. Außerdem beherbergt das Gelände ein Restaurant mit dem „größten Biergarten nördlich der bairischen Grenze“.

Gegründet wurde die ehemalige „Königlich dänische Forstlehranstalt Kiel“ bereits 1785, um Soldaten des Jägercorps mithilfe unterschiedlicher Baumarten zu Förstern auszubilden. In Deutschland waren um das 16. & 17. Jahrhundert die Baumbestände stark zurückgegangen und das Wissen um die Pflege und Erweiterung der Forste hatte hohe Priorität im Herzogtum Holstein. Später wurde das Gelände gewerblich genutzt, bis die Stadt Kiel als Besitzerin des Geländes die „Forstbaumschule“ im Jahr 1900 als Park für die Bevölkerung freigab.

Auch das Gelände hatte sich im Laufe der Zeit verändert und vor allem vergrößert – hatten die Initiatoren 1785 mit 1 ha begonnen, wurde der Park mit zahlreichen Liegewiesen und kleinen Gewässern auf mehr als 12 ha erweitert und dient als Naherholung. An Sommertagen und vor allem am Wochenende sieht man Menschen in der Sonne liegen oder kleine Grillrunden veranstalten, Kinder spielen oder Eltern mit Kinderwägen die Wege zwischen den Bäumen (von denen nicht alle überhaupt in diesen Gefilden vorkommen) entlangschieben.

Das Restaurant

Bereits 1905 wurde das kleine Häuschen des Fortwirtes abgerissen und stattdessen ein größeres Gebäude errichtet, das als Gaststätte dienen sollte. Wer das Restaurant aufsucht, kann innen und außen die alte Geschichte noch erkennen. Man würde sich nicht wundern, wenn aus dem Park plötzlich eine Offiziersfrau mitsamt Kinderwagen und weißem, stoffbezogenem Sonnenschirm den Weg entlang schreiten würde, der Sohn im Matrosenanzug an der Hand des Kindermädchens in Kittelschürze. Stattdessen trifft man im Sommer Kieler aller Alters- und Gesellschaftsschichten im großen Biergarten, in dem auf der großen Leinwand Sport- und Musikereignisse gezeigt werden oder auf der kleinen Bühne Livemusik gespielt wird. Die „Forsti“ ist ein Kieler Original, dass 1984 vom derzeitigen Pächter übernommen wurde, und Gerichte für kleines Geld sowie regionale Küche bietet.