Wohnraum für Asylbewerber in Kiel gesucht

Für 2014 werden steigende Flüchtlingszahlen in Deutschland erwartet. Bund und Länder weisen den Kommunen nach einem festgelegten Verteilerschlüssel Asylsuchende zu. In Kiel leben rund 400 Menschen, die Asyl beantragen. Damit hat sich die Zahl der Asylsuchenden im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

In der Vergangenheit verstärkte die Wohnungswirtschaft ihre Bemühungen, angemessenen Wohnraum anzubieten. Leider reichen die von der Wohnungswirtschaft zur Verfügung gestellten Kapazitäten nicht mehr aus, um alle Asylsuchenden in Wohnungen unterzubringen. Übergangsweise lebt die Hälfte der Asylsuchenden in Hotels und Unterkünften. Die Landeshauptstadt wird Anfang 2014 Wohncontainer als vorübergehende Unterbringungsmöglichkeit aufstellen müssen.

Daher bittet die Stadt private Vermieterinnen und Vermieter zu prüfen, ob sie ihren Wohnraum auch Asylsuchenden zur Verfügung stellen möchten. Die Stadt zahlt die Miete und betreut die Asylsuchenden. Interessierte können sich an Diana Thomas in der Immobilienwirtschaft unter Telefon 901-3569 wenden.

Projekte für Kieler Inklusionspreis 2014 gesucht

In den vergangenen Jahren haben Wissen, Erfolg und vor allem Schnelligkeit im Alltag einen immer höheren Stellenwert erlangt – ganz nach dem Motto „Dabeisein ist alles“. Menschen mit Behinderung stoßen angesichts dieser Entwicklungen aber immer wieder an ihre Grenzen. Allen Kielerinnen und Kielern die selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und eine entsprechende Lebensgestaltung zu ermöglichen, ist eine große Herausforderung, die sich viele Gruppen in der Landeshauptstadt zur Aufgabe gemacht haben.

Um dieses besondere Engagement zu würdigen, vergibt der Beirat für Menschen mit Behinderung erstmals den Kieler Inklusionspreis. Ob Sport, Kultur oder Reisen – bewerben können sich alle Selbsthilfegruppen, Vereine, Einrichtungen der Behindertenverbände oder auch andere engagierte Kieler Gruppen, die sich mit besonderen Projekten für Menschen mit Behinderung einsetzen. Voraussetzung für die Teilnahme an dem Wettbewerb ist die aktive Beteiligung von Menschen mit Behinderung an dem Projekt. Außerdem darf sich das eingereichte Projekt nicht zeitgleich um einen anderen Preis bewerben. A

Die fünf besten Inklusion-Projekte werden mit Urkunden und Preisgeldern von insgesamt 4.000 Euro ausgezeichnet. Der erste Preis ist mit 2.000 Euro dotiert. Bewerbungen mit entsprechenden Projektberichten können bis zum 31. Dezember 2013 per Post an das Amt für Familie und Soziales, Leitstelle für Menschen mit Behinderung, Stephan-Heinzel-Straße 2, 24116 Kiel, oder per E-Mail an van_kann@kiel.de geschickt werden.

Weitere Informationen zum Kieler Inklusionspreis 2014 und zu den Teilnahmebedingungen gibt es bei der städtischen Leitstelle für Menschen mit Behinderung unter Telefon (0431) 901-3277, per E-Mail unter van_kann@kiel.de oder im Internet auf www.kiel.de/menschen-mit-behinderung. bzw. als pdf Faltblatt Inklusionspreis 2014.

 

Freie Fahrt auf der Rader Hochbrücke

Es war ein Schock für alle Nord-Süd-Pendler: Wegen erheblicher Verschleißerscheinungen an den Betonpfeilern wurde die Rader Autobahnhochbrücke im Verlauf der A 7 ab dem 26. Juli für Lkw ab 7,5 Tonnen gesperrt. Zugleich wurde der Pkw-Verkehr von bisher vier auf zwei Spuren reduziert, sprich: Für den gesamten Verkehr war eine Begrenzung auf jeweils eine Fahrspur aus statischen Gründen unvermeidbar. Das Ausweichen auf den Rendsburger Kanaltunnel war wegen der dortigen Sanierungsmaßnahmen ebenfalls keine leichte Sache. Der Weg durch Rendsburg glich im Sommer einem Nadelöhr.

Der Verkehr an der Rader Hochbrücke normalisiert sich wieder (Bild: Webcam strassen.sh)

Der Verkehr an der Rader Hochbrücke normalisiert sich wieder (Bild: Webcam strassen.sh)

Am Freitag (8. November) konnte Verkehrsminister Reinhard Meyer nach dreieinhalb Monaten Bauzeit die Rader Hochbrücke wieder für den Verkehr freigegeben. Verkehrsminister Reinhard Meyer: „Es ist schon eine tolle Leistung aller Beteiligten, dass die Arbeiten so zügig abgeschlossen werden konnten.“ Somit sei diese wichtige und leistungsfähige Verkehrsmagistrale A7 wieder durchgängig insbesondere für das Logistikgewerbe befahrbar. Die Baukosten betragen insgesamt rund 2,7 Millionen Euro.

Die Brücke ist wieder uneingeschränkt tragfähig

Um diese kurze Bauzeit zu realisieren, waren die erforderlichen Arbeiten aufgrund der besonderen Dringlichkeit ohne umfangreiche Ausschreibungen freihändig an Firmen aus Schleswig-Holstein vergeben worden. Die Zusammenarbeit zwischen den ausführenden Firmen, den Planern, dem Prüfingenieur und dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr-Schleswig-Holstein (LBV-SH) hat nach den Worten von Meyer reibungslos funktioniert. Die schnelle Bauzeit war unter anderem durch Nacht- und Sonderschichten möglich geworden.

Es wurden alle 28 Pfeilerköpfe durch eine äußere Stahlgurtung und Spritzbeton ertüchtigt. Dafür waren 150 Tonnen Stahl verbaut worden. Sämtliche Risse an den Pfeilern sind inzwischen verschlossen. „Trotz unseres Ziels, schnell mit der Sanierung voranzukommen, haben wir immer gesagt: Sicherheit geht vor Schnelligkeit“, so Meyer.

Die uneingeschränkte Tragfähigkeit der Pfeilerköpfe durch die Instandsetzung wurde mittlerweile statisch nachgewiesen. Hierfür wurden insgesamt über 200 Bohrkerne aus dem alten Beton der Pfeiler entnommen und die Druckfestigkeiten überprüft. Zusätzlich wurden circa 400 Spritzbetonproben auf ihre Festigkeit untersucht. Das abschließende Ergebnis der Berechnungen zur Ermittlung der Restnutzungsdauer der gesamten Brücke wird Mitte 2014 vorliegen.

Meyer bedankte sich insbesondere bei der Verkehrsüberwachung der Landespolizei für den unermüdlichen Kontrolleinsatz und bei den am Bau Beteiligten Firmen, Ingenieurbüros sowie den Mitarbeitern des LBV-SH für die schnelle Ausführung der Instandsetzungsarbeiten. Wann die Brücke für Transporte mit Überlänge oder -breite freigegeben werden kann, hängt nach den Worten von Meyer von weiteren statischen Untersuchungen ab. Deren Ergebnisse werden voraussichtlich in einigen Wochen vorliegen. Die Standstreifen bleiben gesperrt, um Tragfähigkeitsreserven zu erschließen.

Seit August hatte das Wirtschaftsministerium ein eigenes Blog eingerichtet, um nahezu täglich über die Fortschritte am Bau zu berichten. Unter Medien-Info zur Sanierung der Hochbrücke können die einzelnen Schritte bis hin zur vorzeitigen Fertigstellung der Baustelle nocheinmal nachgelesen werden. Zusätzlich wurden zwei Webcams eingerichtet, die Livebilder für beide Fahrtrichtungen anbieten: http://strassen-sh.de/

Kiels Oberbürgermeisterin tritt zurück

RathausplatzDie neue Woche begann in Kiel mit einem Paukenschlag: Die Oberbürgermeisterin Dr. Susanne Gaschke lud Medienvertreter zu einer Pressekonferenz ein und verlas eine Erklärung, die mit ihrem Rücktritt vom Amt endete.

Was war passiert?

Die Journalistin und ehemalige studentische Politikerin Dr. Susanne Gaschke war vor einem Jahr angetreten, den verwaisten Platz des ehemaligen Oberbürgermeisters Torsten Albig (ebenfalls SPD) zu übernehmen. Der war dank eines Karrieresprungs zum Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein gewählt worden und hinterließ im Kieler Rathaus einige Altlasten. Eine davon war eine langjährige Steuersache gegen einen Kieler Bürger (bereits seit Norbert Gansels Zeiten), der in den letzten Jahren neben seiner Steuerschuld in Millionenhöhe einige Gebühren und Zinsen angesammelt hatte, die dem Kieler Stadtsäckel fehlten. Bereits unter Albig (SPD) und seinem Stadtkämmerer Gert Meyer (CDU und Gaschkes direkter Konkurrent bei der Wahl zum Verwaltungschef) war die Aussage gefallen, zumindest eine Summe von „50% +x“ vom Steuerschuldner zugunsten der Landeshauptstadt einzutreiben. Jedoch, so läßt sich der heutige Ministerpräsident zitieren, „nicht ohne Beteiligung der Ratsversammlung“.

An diese Beteiligung eines demokratisch gewählten Gremiums der Stadt Kiel hatte die Oberbürgermeisterin wohl nicht gedacht, als sie scheinbar im „stillen Kämmerlein“ gemeinsam mit einigen Verwaltungsbeamten die „Eilentscheidung“ traf, dem Schuldner einen Millionenbetrag, der durch Versäumnisgebühren und Zinsen angefallen war, zu erlassen – gepaart mit einer moderaten Ratenzahlung. Wo in einem mehrere Jahre alten Steuerfall nun solche Eile geboten war, dass die Ratsversammlung nicht zuvor infomiert und ein Meinungsbild eingeholt wurde, wird wohl auf ewig Susanne Gaschkes Geheimnis bleiben.

Was man jedoch weiß, ist, dass die Ratsversammlung – allen voran die Opposition – nicht begeistert davon war, bei einer Entscheidung in Millionenhöhe nicht angehört zu werden. Diese Kritik an der Entscheidung nahm die Oberbürgermeisterin als Kritik an der eigenen Person wahr und reagierte dementsprechend emotional und mit bösem Willen auch etwas erpresserisch, in dem sie mit ihren Vorwürfen die anderen Politiker der Stadt Kiel in einem Maß diskreditierte, welches in keinem Verhältnis zur vorherigen Anklage stand.

Die von ihr selbst angestrebte Prüfung der Eilentscheidung durch das Innenministerium endete mit dem Ergebnis, dass ihre Entscheidung rechtswidrig sei. Doch anstatt nun – gern auch mit Hinweis auf fehlende politische Erfahrung, welche die Bürger Kiels ja bewußt in Kauf genommen hatten, als sie sie wählten – eine Entschuldigung und die Rücknahme der Entscheidung anzubieten, gingen die Angriffe weiter. Nun sollten ihr Amtsvorgänger Albig und der SPD-Parteichef Ralf Stegner in Gesprächen und Kurznachrichten (SMS) angeblich durchscheinen lassen, die Entscheidung des Innenministeriums vorher gewußt zu haben. Auf der anderen Seite soll ihr Ehemann, der Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels, mit einem gewissen Nachdruck darauf bestanden haben, dass Innenminister Andreas Breitner das Ergebnis der Prüfung für einige Zeit zurückhalte. Letzterer antwortete mit einer Anzeige wegen Nötigung. Ein runder Tisch mit allen Beteiligten brachte zwar etwas Ruhe in die Kieler Politik, doch die einzelnen Vorwürfe werden nun von den zuständigen Gerichten geklärt.

Der plötzliche Rücktritt

Am Montag, dem 28. Oktober 2013 lud Frau Dr. Gaschke nun die Vertreter der Medien zu einem Pressetermin, um eine Erklärung zu verlesen, die nach zahlreichen Vorwürfen und emotionalen Anschuldigungen – mal mehr, mal weniger konkret – erläuterte, warum sie sich keinem Abwahlverfahren stelle, sondern direkt zurücktreten werde. Die Journalistin Gaschke, die in ihren Artikeln oft sehr bissig gegen Menschen ausgeteilt hat, zieht in dieser Erklärung alle Register ihrer moralischen Überlegenheit gegenüber ihren Politikerkollegen und der Verwaltung, gepaart mit (durchaus berechtigter) Medienschelte und (unberechtigter) Kritik am Patriachat im Allgemeinen. Die Dame, die bereits in Interviews vor der Wahl deutliche Kennzeichen aufwies, sich für den falschen Job zu bewerben (wir hätten ihr eher die Stelle der Stadtpräsidentin empfohlen, nicht den der Verwaltungschefin), sieht die Fehler nicht an ihrer Person oder ihren Handlungen, sondern glaubt, dass jede weibliche Person ähnlichen Problemen gegenüber gestanden hätte. Weibliche Verwaltungschefs, weibliche Ministerpräsidentinnen und nicht zuletzt eine weibliche Bundeskanzlerin strafen diese Aussagen Lügen.

Stim­men zum Rücktritt

Als Reak­tion auf den Rück­tritt erklä­ren der Vor­sit­zende des SPD‐​Kreisverbandes Kiel, Jür­gen Weber, und der Frak­ti­ons­vor­sit­zende der SPD‐​Ratsfraktion Kiel, Dr. Hans‐​Friedrich Traulsen: „Wir zol­len Frau Dr. Gaschke unse­ren Respekt für ihren Rück­tritt vom Amt der direkt gewähl­ten Ober­bür­ger­meis­te­rin. Wir hal­ten diese per­sön­lich sicher­lich sehr schwie­rige Ent­schei­dung für richtig. Wir erin­nern daran, dass Susanne Gaschke in ihrer kur­zen Amts­zeit zum Bei­spiel beim Woh­nungs­bau und beim Neu­bau eines Kraft­werks wich­tige poli­ti­sche Akzente gesetzt hat. Mit ihrem bür­ger­na­hen Auf­tre­ten hat sie in Kiel viel Zustim­mung gefunden. Des­we­gen bedau­ern wir sehr, dass der Rück­tritt vom Amt not­wen­dig gewor­den war.“

Der Lan­des­vor­sit­zende der CDU Schleswig‐​Holstein, Rei­mer Böge, MdEP erklärte: „Diese Ent­schei­dung war lange über­fäl­lig. Der Rück­tritt von Susanne Gaschke war not­wen­dig, um wei­te­ren Scha­den von der Stadt Kiel aber auch von unse­rem Schleswig‐​Holstein abzuwenden. Unab­hän­gig davon blei­ben in die­ser Ange­le­gen­heit ange­sichts des Ver­hal­tens von Minis­ter­prä­si­dent Albig, Innen­mi­nis­ter Breit­ner und dem Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Bar­tels noch immer einige Fra­gen offen, die der Klä­rung bedürfen.“

Zum Rücktritt der Kieler Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke sagt der Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Peter Stoltenberg:

„Susanne Gaschke hat mit ihrem heutigen Rücktritt die richtige Entscheidung getroffen. Den Kieler BürgerInnen ist damit ein möglicherweise langwieriges Abwahlverfahren erspart geblieben. Wir hoffen, dass damit die Stadt Kiel aus den Negativschlagzeilen herauskommt. Wir wünschen Susanne Gaschke für Ihre Zukunft alles Gute.“

Wie geht es weiter?

Die Amts­ge­schäfte wer­den zunächst kom­mis­sa­risch vom Kie­ler Bür­ger­meis­ter Peter Todes­kino über­nom­men. Laut Gemein­de­ord­nung müs­sen inner­halb von sechs Mona­ten Neu­wah­len ange­setzt wer­den. Hätte Frau Dr. Gaschke vier Wochen gewar­tet, hätte man diese Wahl mit der Euro­pa­wahl 2014 zusam­men­le­gen kön­nen – so wer­den die Kie­ler 2014 zwei Mal an die Wahl­ur­nen tre­ten müssen.

Bundestagswahl in Kiel am 22. September

Am Sonntag haben alle Bundesbürger über 18 Jahren die Möglichkeit, ihre Stimmen bei der Bundestagswahl abzugeben. Die Landeshauptstadt Kiel, die Gemeinden Altenholz und Kronshagen bilden zur Bundestagswahl einen Bundestagswahlkreis, den Wahlkreis 5 Kiel. In der Landeshauptstadt Kiel entscheiden rund 188.000 wahlberechtigte Kielerinnen und Kieler mit ihrer Stimmabgabe mit. Aber wie ist so ein Wahlzettel aufgebaut? Wieviele Stimmen habe ich? Und wo ist die Ankreuzmöglichkeit für den Bundeskanzler?

Zuallererst: Die Posten von Ministerpräsident und Bundeskanzler werden nicht direkt vom Volk gewählt. Dafür wählt man mit der Erststimme seinen persönlichen Vertreter im Bundes- bzw. Landtag. Die restlichen Plätze werden über die Zweitstimme verteilt. Je mehr Stimmen eine Partei erhält, desto mehr Personen können den direkt gewählten Abgeordneten folgen.

Wichtig: Wählen kann nur, wer in das Wählerverzeichnis eingetragen ist. Man kann auch ohne Wahlbenachrichtigung wählen gehen, der Personalausweis oder Reisepass genügt, um im Wählerverzeichnis gefunden zu werden. Auch ein abgelaufener Personalausweis gilt als Nachweis der Identität. Doch wo findet man sein Wahllokal? Sollte die Wahlbenachrichtigung nicht mehr auffindbar sein, einfach auf dem Wahllokalfinder von Kiel.de nachschauen – oder den gemütlich zum Wahllokal schlendernden Pärchen auf der Strasse folgen.

Die Namen der antretenden Kandidaten und am Sonntagabend auch live die Ergebnisse für Kiel kann man ebenfalls auf der Wahlseite der Stadt Kiel einsehen. Dort kann der interessierte Besucher  die Zahlen filtern für die Bereiche Altenholz, Kronshagen und das Stadtgebiet Kiel, sowie für die einzelnen Wahlbezirke.

Am Sonntag keine Zeit zum wählen?

Wer am Sonntag verhindert ist, kann bereits vorher im Rathaus, Fleethörn 9, Sitzungssaal II (Untergeschoss) seine Stimme abgeben – letztmöglicher Termin ist am Freitagabend kurz vor 18 Uhr. Wer danach plötzlich erkrankt, kann sich die Briefwahlunterlagen dort auch noch am Wahlsonntag bis 15 Uhr abholen lassen. Es gibt also nur wenig Gründe, nicht zur Wahl zu gehen.

OB Gaschke übergibt Sparkassenaufsichtsratsposten an Finanzfachmann

Von links nach rechts: Dr. Klaus Rave, Dr. Susanne Gaschke und Götz Bormann

Von links nach rechts: Dr. Klaus Rave, Dr. Susanne Gaschke und Götz Bormann (Bild: AR)

Licht und Schatten gibt es derzeit in finanzpolitischen Fragen bei der Kieler OB Gaschke. Während Teile der Ratsversammlung zu Recht nachfragen, wieso bei ihrer einsamen Entscheidung, einem Steuerschuldner einen Teil seiner Strafe zu erlassen zahlreiche demokratische Gremien außer Acht gelassen wurden, war sich eben diese Ratsfraktion bei einer anderen Entscheidung einig. Einstimmig wurde dort die Anfrage begrüßt, den Aufsichtsratsposten bei der Fördesparkasse lieber an einen Finanzfachmann zu übergeben.

Im Verwaltungsrat der Fördesparkasse sitzen nach dem Zusammenschluss politische Vertreter genauso wie Finanzvorstände der einzelnen Sparkassen und Arbeitnehmervertreter. Der Kieler Oberbürgermeister ist qua Amt ebenfalls Teil dieses Aufsichtsrates. „Ich habe bei der Ernennung zur Oberbürgermeisterin automatisch 29 Aufsichtsratsmandate übernommen“, erzählte die ehemalige Zeitungsherausgeberin. „Das ist für eine OB eine unrealistische Aufgabe“. Die Chefin der Verwaltung zu sein, sei bereits ein „fulltime-Job“.

Aufsichtsräte sollen aktiv begleiten und kontrollieren – gerade bei einer Bank sei daher Sachverstand „unheimlich wichtig“. Deshalb habe sie sich entschieden, mit Dr. Klaus Rave einen ausgewiesenen Finanzfachmann als ihre Vertretung zu gewinnen. Rave war mehr als 15 Jahre lang bis zum Eintritt in den Ruhestand Anfang 2011 in der schleswig-holsteinischen Investitionsbank tätig (seit 1995 als Geschäftsleiter und mit der Verselbstständigung der Bank im Jahr 2003 als Vorstand). Auch Götz Bormann, Vorstandsvorsitzender der Förde-Sparkasse, begrüßte diese Entscheidung. Man kenne sich aus Raves aktiver Zeit und er sieht in diesem kompetenten Mann im Verwaltungsrat eine gute Ergänzung. Rave selbst hatte sich ein wenig Bedenkzeit genommen, bevor er sich entschied. Nun wolle er diesen „Vertrauens-Vorschuß“, den er erhalten habe, im Interesse der Kieler Bürgerinnen und Bürger erfüllen.

Dr. Susanne Gaschke wird weiterhin in direktem Kontakt zur Fördesparkasse stehen und an Verbandsvertreterversammlungen teilnehmen. Sie sieht in ihrer Entscheidung, eine solch verantwortungsvolle Aufgabe an einen Fachmann abzutreten, auch eine „Leuchtturmfunktion“. „Vielleicht setzen wir auch überregional ein Zeichen“, so die 46-jährige. „Wir brauchen Menschen, die politisch denken, aber auch Sachverstand in die Verwaltungsräte mitbringen.“ Die Bedeutungs eines politischen Würdenträgers summiere sich nicht aus den Aufsichtsratsposten. Ein wenig hat sie jedoch auch gepokert – während die Einladung zur Vorstellung von Dr. Rave als ihrem Vertreter bereits einige Tage zuvor erfolgte, wurde dieser Vorschlag erst am Abend vor der Pressekonferenz von der Ratsversammlung einstimmig angenommen.