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Kieler Kleingartenkonzept: Mitarbeit der Bürger ist gefragt

In Kiel haben Kleingärten seit 1830 eine Tradition. Heute gibt es in Kiel mehr als 10.000 Parzellen auf einer Fläche von rund 500 Hektar. Damit Kleingärten auch in Zukunft ein wichtiger Teil der Naherholung und Selbstversorgung für die Kielerinnen und Kieler sein können, hat die Ratsversammlung die Aufstellung eines Konzeptes zur Entwicklung der Kleingärten beschlossen.

Am Mittwoch, 30. April, präsentierte Bürgermeister Peter Todeskino gemeinsam mit Maria Julius (TGP – Trüper Gondesen Partner Landschaftsarchitekten, Lübeck) und Dr. Ute Fischer-Gäde (Dr. Fischer Kommunikation, Rostock) die Aufgabenstellung dieses Kleingartenentwicklungskonzepts, die Vorgehensweise und die Pläne für die Bürgerbeteiligung. Weitere Gesprächspartner waren Werner Müller (Vorsitzender Kreisverband der Kleingärtner e.V.) und Florian Gosmann (Leiter Stadtplanungsamt).

Die Landeshauptstadt Kiel hat die Büros TGP – Trüper Gondesen Partner Landschaftsarchitekten (Lübeck) und Dr. Fischer Kommunikation (Rostock) damit beauftragt, unter Beteiligung der Öffentlichkeit ein Gutachten zu erstellen, das Vorschläge zur Weiterentwicklung der Kleingartenflächen in Bezug auf deren Qualität sowie die Wünsche und Forderungen der Pächter und Bürger für die Zukunft mit einbezieht. So soll geprüft werden, ob die Anlagen in Qualität, Quantität, Lage und Anordnung weiterhin den Ansprüchen der heutigen Stadt und deren Bewohnern entspricht.

Kleingärten mit Zukunft

Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hat sich der Schwerpunkt der Kleingartennutzung von der Nahrungsmittelproduktion hin zur Erholung und der kreativen Freizeitgestaltung entwickelt. Das Gutachten soll die Datengrundlagen für alle städtischen Kleingärten aktualisieren. Darauf aufbauend sollen Leitlinien und ein umfassendes Kleingartenentwicklungskonzept mit Vorschlägen zur Weiterentwicklung der Kleingartenflächen erarbeitet werden. Auch neue Bedürfnisse und aktuelle Ideen zum Gärtnern in der Stadt werden einbezogen.

Nach ersten Gesprächen innerhalb der Stadtverwaltung, mit dem Kleingartenverband und den Vorständen der Kleingartenvereine beginnt jetzt die Bestandsaufnahme in den Kleingartenanlagen. Seit Dienstag, 22. April, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Planungsbüros TGP in den Kleingartenanlagen unterwegs, um das Gelände zu erfassen. Zwei Teams werden bis Sommer die Parzellennummern aktualisieren sowie die Nutzung der Gärten und wertvolle Baumbestände erfassen. Aktuell unterstützen die Vereine die Arbeiten bereits durch das Beantworten von Fragebögen zu Mitgliederzahl, Alter der Koppeln oder gemeinsamen Aktivitäten im Verein. Nach der Analyse werden die Ergebnisse voraussichtlich im Herbst/Winter 2014 vorgestellt und in diesem Zusammenhang in eine Datenbank eingegeben werden, die sowohl für die städtische Verwaltung als auch für den Kleingartenverband nutzbar ist.

Im Frühjahr und Sommer 2015 ist die Erarbeitung und Diskussion erster Ideen für die weitere Entwicklung geplant, auf deren Basis dann das Kleingartenentwicklungskonzept ausformuliert werden soll. Diese vorläufigen Leitlinien werden anschließend erneut mit Verwaltung, Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern sowie Anwohnerinnen und Anwohnern und der Öffentlichkeit verhandelt.

Im Frühjahr 2016 soll das Kleingartenentwicklungskonzept fertig sein und von der Ratsversammlung als Leitlinie städtischen Handelns verabschiedet werden.

Kielerinnen und Kieler sind zum Mitmachen aufgerufen

Um möglichst viele Kielerinnen und Kieler zur Mitwirkung am Kleingartenentwicklungskonzept zu bewegen, werden während der gesamten Projektzeit verschiedene Möglichkeiten der Beteiligung angeboten. Unter anderem sind sogenannte Gartentischgespräche vorgesehen. In lockerer Atmosphäre können den Planerinnen und Planern Fragen gestellt und Wünsche und Probleme angesprochen werden. Gleichzeitig wird über die weiteren Schritte zum Kleingartenentwicklungskonzept informiert.

Die Termine:

Freitag, 23. Mai

11 Uhr: Vereinsheim Kleingärtnerverein Neumühlen-Dietrichsdorf e.V., Kätnersredder 42
14 Uhr: Kleingärtnerverein Kiel-Werftpark e.V., im Garten von Gert Kussin, Rosenberg Nr. 1290
17 Uhr: Vereinsheim Kleingärtnerverein Pries-Friedrichsort e.V.,
Grüffkamp 111a

Sonnabend, 24. Mai

10 Uhr: Vereinsheim Kleingärtnerverein Kiel-Gaarden-Süd e.V.,
Segeberger Landstraße 2d

Sonntag, 15. Juni

10 Uhr: Vereinsheim Kleingärtnerverein Kiel e.V.,
Kronshagener Weg 97
15 Uhr: Vereinsheim Kleingärtnerverein Kiel-Schusterkrug e.V.,
Diekmissen 19

Alle Kleingärtnerinnen und Kleingärtner sowie interessierte Anwohnerinnen und Anwohner sind herzlich zu den Gartentischgesprächen eingeladen.

An den Sonnabenden 14. Juni und 5. Juli werden außerdem für alle Interessierte sogenannte „Talk Walks“ angeboten. Während der beiden geführten Spaziergänge sprechen Gartenfreundinnen und Gartenfreunde über die Freuden, aber auch über die Probleme, die eine eigene Kleingartenparzelle mit sich bringt. Außerdem wird bei den öffentlichen Rundgängen unter anderem die Bedeutung der Kleingartengebiete für das Stadtklima und als Lebensraum der Stadtnatur Thema sein. Gestaltet und moderiert werden die Spaziergänge von dem Spaziergangsforscher Bertram Weisshaar, der durch Kleingartenbesuche in verschiedenen deutschen Städten zahlreiche Kleingartenkonzepte kennen gelernt hat.

Auch in der Phase der Zielformulierung und des Konzeptentwurfs im Frühjahr und Herbst 2015 wird den Kielerinnen und Kielern die Möglichkeit geboten, sich über den Verlauf des Projekts zu informieren. Bei öffentlichen Sammelveranstaltungen für die Ortsbeiräte können Verwaltung, Planung und Öffentlichkeit gemeinsam konkrete Themen diskutieren und Argumente austauschen.

Mitplanen und Mitreden sind wichtige Bausteine bei der Erarbeitung des Kleingartenentwicklungskonzepts der Landeshauptstadt Kiel. Daher wird die Öffentlichkeitsarbeit im Laufe des Projekts durch eine Ideenwerkstatt ergänzt. Zudem ist eine Vortragsveranstaltung über das urbane Gartenwesen geplant.

Planungsschritte, anstehende Termine und weitere Informationen zum Kleingartenentwicklungskonzept finden Interessierte im Internet unter www.kiel.de/kleingarten.

Wie soll der Kleine Kiel aussehen? Bürger entscheiden mit

Planungskonzept des Landschaftsarchitekturbüros Munder+Erzepky. Es zeigt die Zukunftsvision eines bogenförmigen Stegs mit Sitzmöglichkeiten am Hiroshimapark (Bildquelle: Munder+Erzepky)

Planungskonzept des Landschaftsarchitekturbüros Munder+Erzepky. Es zeigt die Zukunftsvision eines bogenförmigen Stegs mit Sitzmöglichkeiten am Hiroshimapark (Bildquelle: Munder+Erzepky)

Der Kleine Kiel ist eine Oase im Kieler Stadtzentrum. Doch wie sollen sich das Gewässer und die angrenzenden Grünanlagen in den nächsten Jahren entwickeln? Über die Zukunft des Kleinen Kiels sowie mögliche Neuerungen im und am Gewässer können die Kielerinnen und Kieler nun mit den städtischen Planern diskutieren.

Im Herbst 2012 hat das städtische Grünflächenamt ein Konzept in Auftrag gegeben, das Ideen für eine wünschenswerte Entwicklung und Gestaltung des Kleinen Kiels formuliert. Das Konzept macht Vorschläge wie die Entfernung der Uferbefestigung und die Anlage von Röhrichtzonen oder den Bau einer Rasentreppe am Klaus-Groth-Denkmal und eines bogenförmigen Stegs mit Sitzmöglichkeiten am Hiroshimapark.

Anfang April diesen Jahres wurde das Konzept bereits im Ortsbeirat Mitte vorgestellt. Nun soll es mit allen interessieren Bürgerinnen und Bürgern diskutiert werden. Dazu findet am Mittwoch, 23. Oktober, 19 bis 21.30 Uhr, eine Beteiligungsveranstaltung im Ratssaal des Rathauses statt.

Nach einer Begrüßung durch Bürgermeister Todeskino und Günter Horstmann, Amtsleiter des Grünflächenamtes, sollen dort zunächst die derzeitige Situation am Kleinen Kiel und das Entwicklung- und Gestaltungskonzeptes des Landschaftsarchitekturbüros Munder+Erzepky vorgestellt werden. Anschließend können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Vor- und Nachteile des Konzeptes diskutieren. Die hier vorgebrachten Kritikpunkte und Anregungen werden gesammelt und bei der anschließenden planerischen Abwägung berücksichtigt.

Das Grünflächenamt bittet Interessierte, die an der Veranstaltung teilnehmen möchten, um Anmeldung mit Namen und E-Mail-Adresse oder Telefonnummer im Formular unter www.kiel.de/umwelt oder telefonisch unter der Nummer 901-3852.

Der „Ellerbeker Markt“ soll schöner werden – Bürger können mitentscheiden

An der Grenze der beiden Kieler Stadtteile Ellerbek und Wellingdorf befindet sich der „Ellerbeker Markt“ – eigentlich „Tilsiter Platz“. Die eine Hälfte dieses Platzes wurde im Jahr 2011 umgestaltet, dabei wurden zahlreiche Bürgerideen umgesetzt.

Auf der vorderen, an der Schönberger Straße gelegenen Hälfte des Tilsiter Platzes fand die Skulpturengruppe „Ellerbeker Buttjer“ einen besser sichtbaren Standort und der Butt kann dort dank einer Handpumpenanlage sogar wieder Wasser „spucken“. Der umgestaltete Bereich mit der „Blauen Bank“, einer großen Sandkiste und Spielgeräten wird als Treffpunkt und zum Verweilen sehr gut angenommen.

Die hintere Platzhälfte war von der Erneuerung ausgenommen, dort war ein Parkplatz für die Erweiterung eines Lebensmitteldiscounters vorgesehen. Die Erweiterungspläne sind vom Tisch und dank Geldern aus dem Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“ kann nun auch dieser Teil des Tilsiter Platzes umgestaltet werden. Hierfür suchen das Stadtteilbüro Ost und die Landeshauptstadt Kiel Ideen und Anregungen der Anwohnerinnen und Anwohner, Nutzerinnen und Nutzer des Platzes.

Auch dieses Mal ist die Beteiligung der Bürger erwünscht

Vom 18. Februar bis zum 15. März läuft die vom Stadtteilbüro Ost zusammen mit der Firma „ekonzeption“ entwickelte digitale Bürgerbeteiligung. Mit einem Onlinetool ist es möglich, den Platz auf www.kieler-ostufer.de selbst zu planen. Für die Umgestaltung der ersten Platzhälfte hatten 73 Personen online Pläne entworfen. Natürlich ist es auch möglich, seine Vorschläge in Textform einzureichen.

Bürgermeister Peter Todeskino ist begeistert von dieser neuen Art, die Menschen vor Ort in die Planung einzubeziehen: „Die digitale Beteiligung wird fortgesetzt, weil sie bereits für die erste Platzhälfte sehr gute Vorschläge gebracht hat. Ich bin überzeugt, dass wir auch für diesen Bereich des Tilsiter Platzes viele tolle Gestaltungsideen erhalten werden.“

Die Ideen aus allen Beteiligungsformen werden gesammelt und an die Stadt weitergegeben. Das Grünflächenamt wird gemeinsam mit einem Landschaftsarchitekten die Anregungen und Ideen aller Beteiligungen auswerten und als Grundlage für die Planungen nehmen.

Auf dem etwas höher gelegenen und zur Timkestraße hin abfallenden Bereich gibt es Rasenflächen, Bäume und Bänke sowie Mauern aus großen Steinen. Mit der Umgestaltung sollen die Aufenthaltsqualität und Nutzungsmöglichkeiten des Quartierplatzes verbessert werden. Besonderer Wert wird auf die Barrierefreiheit und eine Steigerung des Sicherheitsgefühls gelegt. Es stehen insgesamt 250.000 Euro zur Verfügung, womit aber nicht jeder Umbauwunsch erfüllbar ist.