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Kieler Kultursommer lockt mit vielfältigem Programm Im Juli und August

Auch nach der Kieler Woche kommt in Kiel im Juli und August sicherlich keine Langeweile auf. Ob Konzerte, Vorträge, Stadtrundgänge, Lesungen, Ausstellungen oder Theateraufführungen – der 15. Kieler Kultursommer ist bunt und vielfältig und hat für jeden Geschmack etwas parat. Viele Veranstaltungen finden im Freien statt, oft am Wasser und sind für die gesamte Familie geeignet. Insgesamt beteiligen sich 52 Veranstalter mit 365 Angeboten. Dazu kommen 20 Ausstellungen und 123 Programmpunkte für Kinder. Am Ende des Kultursommers stehen traditionell besondere Ausstellungen, Musik und Aktionen zum Staunen und Mitmachen auf dem Programm: Die Ausstellungshäuser laden wieder ein zur Kieler Museumsnacht (29. August).

Das Plakat zur Veranstaltung (Bild: Theater Kiel).

Das Plakat zur Veranstaltung (Bild: Theater Kiel).

Zu den Höhepunkten des 15. Kieler Kultursommers gehört das schon jetzt ausverkaufe Open-Air-Musical „Romeo & Julia“. Nach zwei erfolgreichen Jahren der Sommer-Opern mit „Der Troubadour“ und „Tosca“ zieht das Theater Kiel dieses Mal auf den Seefischmarkt und damit direkt an die Förde. Wer keine Karten für die Weltpremiere des Musicals ergattern konnte, hat die Möglichkeit, die Premiere des Stückes in einer Live-Übertragung auf der schwimmenden Bühne im Bootshafen, auf dem Vinetaplatz oder auf dem Blücherplatz zu sehen.

Ebenfalls Ausrufezeichen im Veranstaltungskalender sind das Riesenpicknick für alle Weißgekleideten bei der Holtenauer White Night, das Literaturfest im Alten Botanischen Garten und das Festival am kleinen Strand in Friedrichsort. Aber auch ansonsten hat der Kultursommer musikalisch viel zu bieten: von Jazz, Pop oder Folk im Statt-Café und dem KulturForum bis hin zu Glockenkonzerten im Kieler Kloster und Klassik in der St. Nikolaikirche. Im Mediendom der Fachhochschule gehen Kinder und Erwachsene auf Reisen durch die unendlichen Weiten der Sternenwelt.

Wieder mit dabei sind so beliebte Kultursommer-Veranstaltungen wie die Fahrten mit der MS Stadt Kiel und dem Museumsdampfschiff Bussard und das Freilichttheater „Der kleine Prinz“ im Innenhof des Rathauses (Premiere: 11. Juli). Altbekanntes in der Landeshauptstadt neu entdecken können Besucherinnen und Besucher bei den geführten Rundgängen durch einzelne Stadtteile. In der Wik stehen die Marinegeschichte und geniale Ingenieurleistungen im Mittelpunkt der gemeinsamen Erkundungstour. Bei Wanderungen am Strand dreht sich dagegen alles um Wissenswertes über die Eiszeit, Steine und das Meer.

Auch musikalisch hat der Kultursommer wieder viel zu bieten: Das 15. Duckstein-Festival an der Hörn (15. bis 24. August), der beliebte Kieler Bootshafensommer (16. August), das 6. Kieler Brückenfestival an der Hörnbrücke (10. bis 12. Juli) und das Förde Festival in Laboe (22. und 23. August) sorgen für beste Stimmung an der Förde. Im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals (5. Juli bis 31. August) ist Elton John mit seinen Greatest Hits in der Sparkassen-Arena zu Gast (12. Juli).

Logo_Kultursommer_neu RGBEin abwechslungsreiches Theaterprogramm hält der 15. Kultursommer ebenfalls parat. „So ein Theater“ heißt es vom 18. Juli an in der Theateraula des RBZ Wirtschaft am Ravensberg. Das Theater am Werftpark präsentiert in diesem Jahr „includo“, das erste inklusive Theaterfestival in Kiel mit Aufführungen, Workshops und Diskussionen (28. bis 31. August). Der Niederdeutsche Bühnenbund präsentiert ernste und heitere Stücke beim 23. Niederdeutschen Theatertreffen im Freilichtmuseum Molfsee (22. bis 27. August).

Neu im Programm des Kieler Kultursommers sind die Wissenschaftsspaziergänge, die Interessierten vom 3. Juli an immer donnerstags die Fachhochschule Kiel, die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften oder die Muthesius Kunsthochschule näher bringen. Auch im Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, in der Christian-Albrechts- Universität zu Kiel und im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein sind Blicke hinter die Kulissen möglich.

Beim Kultursommer gibt es auch ein vielfältiges Angebot für Kinder: Jeden Mittwoch im Juli und August beginnt um 15 Uhr die Vorlesestunde in einem alten Boot am Falckensteiner Strand. Im Mediendom können Kinder „Kaluoka’hina – das Zauberriff“, das Abenteuer von Sägefisch Jake und seinem Freund Shorty, erleben (4. Juli). Und im Stadt- und Schifffahrtsmuseum in der Fischhalle können kleine Besucherinnen und Besucher entdecken, wie man ein Schiff navigiert (6. Juli und 3. August).

Das Amt für Kultur und Weiterbildung hat alle Veranstaltungen im Juli und August für den Kultursommer zusammengetragen. Das gesamte Programm ist in der Sonderausgabe des „Stadtlotsen“ von Kiel-Marketing veröffentlicht. Die Broschüre liegt in den beiden Kieler Rathäusern, bei der Tourist-Information im Neuen Rathaus, Andreas-Gayk-Straße 31, in Gaststätten, Hotels und vielen anderen Einrichtungen kostenlos zum Mitnehmen aus. Weitere Informationen und das gesamte Programm des 15. Kieler Kultursommers finden Interessierte außerdem im Internat unter www.kultursommer-kiel.de.

Ausstellung „Summer in the city“ für Menschen mit und ohne Behinderungen

Den ersten Platz belegte "Sommerharmonie" von Philipp Bargmann.

Den ersten Platz belegte „Sommerharmonie“ von Philipp Bargmann.

„Summer in the City“ – unter diesem Motto stand ein Fotowettbewerb, zu dem die Landeshauptstadt Kiel und der Beirat für Menschen mit Behinderung im vergangenen Jahr eingeladen hatten. Die Aufgabe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Mit Fotos zeigen, wie schön der Sommer in Kiel für Menschen mit und ohne Behinderungen aussieht oder aussehen kann.

Die besten Bilder des Wettbewerbs wurden prämiert. Der erste Platz wurde mit 1000 Euro belohnt, für den zweiten Platz gab es 500 Euro. Platz Drei wurde mit 300 Euro bedacht und die Plätze vier bis zehn erhielten jeweils 100 Euro. Projektgruppen durften sich über Sonderpreise im Gesamtwert von 1.000 Euro freuen.

Die prämierten Aufnahmen zeigen, dass Menschen mit oder ohne Handicaps den Sommer gleichermaßen genießen möchten. Noch immer müssen dabei aber Hindernisse beseitigt werden – seien es Barrieren baulicher Art oder Barrieren in den Köpfen.

Alle Siegerfotos können jetzt im Amt für Familie und Soziales im Flur der Leitstelle Älter werden und der Leitstelle für Menschen mit Behinderung, Stephan-Heinzel-Straße 2 (Wilhelmplatz), 1. Stock, betrachtet werden.

Zu sehen sind die Siegerfotos auch im Internet unter www.kiel.de/menschen-mit-behinderung. Gratispostkarten mit den Motiven erhalten Interessierte im Amt für Familie und Soziales. Weitere Informationen zur Fotoausstellung „Summer in the City“ gibt es bei der städtischen Leitstelle für Menschen mit Behinderung unter Telefon 901-3277.

Alle prämierten Bilder kann man sich auch im Internet anschauen: Siegerbilder des Fotowettbewerbs

Schüler-Blitzausstellung zur Miami-Vice-Ausstellung der Stadtgalerie Kiel

Nur noch bis zum 11. Mai ist in der Stadtgalerie Kiel die Ausstellung „Miami Vice. Robert Barta / Frederik Foert“ zu sehen. Kurz vor dem Ende der Ausstellung präsentieren Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs der Hebbelschule Kiel ihre eigenen Arbeiten und Interpretationen zu den Ausstellungsstücken. Ihre Blitzausstellung an einem Nachmittag ist Höhepunkt und Ende des aktuellen Projekts SchülerKunstStücke der Stadtgalerie Kiel und der vhs-Kunstschule. Seit Ende 2008 werden Ausstellungen der Stadtgalerie von dem Projekt begleitet.

Die Schülerinnen und Schüler haben den Ausstellungsaufbau begleitet, an der Pressekonferenz teilgenommen und die Ausstellungseröffnung besucht. Angeregt durch Gespräche mit den Künstlern Robert Barta und Frederik Foert sowie die intensive Auseinandersetzung mit deren Kunst entwickelten die Schülerinnen und Schüler eigene Arbeiten. Diese zeigen sie nun in ihrer eigenen Blitzausstellung am Donnerstag, 8. Mai, von 15 bis 17 Uhr in der Ausstellung „Miami Vice“ in der Stadtgalerie Kiel, Andreas-Gayk-Straße 31.

Das Projekt SchülerKunstStücke wird von der Künstlerin und Mitarbeiterin der Museumspädagogik Uschi Koch organisiert und moderiert. Es soll eine kreative Auseinandersetzung mit aktueller Kunst anregen, bei der Schülerinnen und Schüler selbst aktiv in den Diskurs mit den Künstlerinnen und Künstlern, den Kuratoren, den Kunstwerken und den Museumsgästen treten können.

Norwegische Märchen im Kieler Stadtmuseum Warleberger Hof

Seit dem 14. Januar zeigt die Ausstellung „Der Kieler Frieden“ im Stadt- und Schifffahrtsmusem Warleberger Hof einzigartige historische Dokumente und Exponate rund um den Kieler Friedensschluss von 1814, der unter anderem den Grundstein zur staatlichen Souveränität Norwegens legte. Vorangegangen war dieser Ausstellung eine mehrtägige Feier in Kiel (das Kiel Journal hat berichtet).

Das Begleitprogramm zur Ausstellung gliedert sich in eine Vortragsreihe zum Kieler Frieden sowie ein Kinderprogramm „Auf norwegische Art“ mit traditionellen Geschichten, Liedern und Bastelarbeiten. Dieses Angebot richtet sich an Kinder von sechs Jahren an und wird von Skandinavistik-Studierenden der Christian-Albrechts-Universität gestaltet. Zum Auftakt präsentieren Felix Rickert und Sarah Berger am Sonntag, 2. Februar, von 15.30 bis 16.30 Uhr norwegische Märchen. Kinder haben freien Eintritt, Erwachsene zahlen vier Euro.

Weitere Informationen

Die Ausstellung „Der Kieler Frieden. 1814 – Ein Schicksalsjahr für den Norden“ ist bis zum 4. Mai dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr (vom 15. April an täglich von 10 bis 18 Uhr) im Warleberger Hof, Dänische Straße 19, zu sehen. Der Eintritt kostet drei Euro, mit Ermäßigung einen Euro. Führungen durch die Ausstellung gibt es immer sonntags um 15.30 Uhr. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 901-3425 oder im Internet unter www.stadtmuseum-kiel.de und www.kieler-frieden.info

175 Jahre Werftgeschichte im Kieler Stadtmuseum

Ausstellung im Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum Warleberger Hof: Von Schweffel & Howaldt zu ThyssenKrupp Marine Systems (1838-2013)

Das Stadt- und Schifffahrtsmuseum widmet der größten und ältesten Werft Kiels zum 175-jährigen Bestehen eine Sonderausstellung: Unter dem Titel „Metamorphosen einer Werft – Von Schweffel & Howaldt zu ThyssenKrupp Marine Systems (1838 – 2013)“ führt die Ausstellung die Besucher durch drei große Themenfelder: die wechselhafte Firmengeschichte unter dem Eindruck politischer Veränderungen, die technische Entwicklung des Schiffbaus und der Schiffe sowie der sich wandelnde Arbeitsalltag auf der Werft.

Die szenografisch eindrucksvoll gestaltete Ausstellung entstand in Kooperation mit ThyssenKrupp Marine Systems. Eröffnet wurde sie am Sonntag, 6. Oktober, im Warleberger Hof, Dänische Straße 19, mit einem Empfang und für die Öffentlichkeit mit Sonderführungen durch die Ausstellung bei freiem Eintritt.

"Howaldtswerke AG - Gaarden", gemälde von Ewald Lifferth, um 1962 Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum

„Howaldtswerke AG – Gaarden“, gemälde von Ewald Lifferth, um 1962
Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum

Mit der Ausstellungsgestaltung wurde Dipl. Ing. Eva Stankowski aus Hamburg beauftragt. In Kooperation mit der Ausbildungswerkstatt von ThyssenKrupp Marine Systems entstanden eindrucksvolle Einbauten, die Werftatmosphäre ins Museum bringen. Schottwände und Schiffsrümpfe, Wandanstriche in der Anmutung von Stahl-Schiffswänden, riesige Fototapeten und verschiedene Medien bieten eine eindrucksvolle Folie, auf der die Gemälde, Schiffsmodelle, Fotografien und Dokumente aus dem Sammlungsbestand des Stadt- und Schifffahrtsmuseums einen faszinierenden Reiz entfalten.

Zu sehen ist die Ausstellung vom 6. Oktober 2013 bis 16. Februar 2014 im Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum Warleberger Hof, Dänische Straße 19. Bis zum 14. Oktober ist das Museum täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet, in der Wintersaison dann dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.

Zum Werftjubiläum ist der Band „Beständiger Wandel. In 175 Jahren von Schweffel & Howaldt zu ThyssenKrupp Marine Systems“ von Dr. Jürgen Rohweder (232 Seiten, Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg) erschienen. Der Band ist zum Preis von 29,90 Euro im Museumsshop des Museums zu erwerben.

Teil 1 der Ausstellung: Die Firma

Das erste Ausstellungskapitel beschreibt chronologisch die Geschichte des Unternehmens, seine unterschiedlichen Organisationsformen, die wechselnden Eigner sowie die Persönlichkeiten, die maßgeblichen Einfluss auf das Unternehmen hatten. Die Ausstellungsgestalterin entwickelte dazu ein Lesepult als „Infotheke“, das sich als blaues Band durch die ersten beiden Räume zieht, während an den Wänden Gemälde, Grafiken und Dokumente die Themen vertiefen und illustrieren.

Die Präsentation startet im Jahr 1838 – vor genau 175 Jahren -, als Johann Schweffel und August Ferdinand Howaldt in Kiel ihre Maschinenbauanstalt und Eisengießerei gründeten und neben haus- und landwirtschaftlichem Gerät unter anderem Dampfmaschinen und Eisenbahnwaggons herstellten. Erst 1865 ging daraus ein auf den Eisenschiffbau ausgerichteter Werftbetrieb hervor, der später unter dem Namen Howaldtswerke (seit 1889) und HDW (seit 1968) als weltweit gefragter Schiffbaubetrieb zum wichtigsten Arbeitgeber der Fördestadt wurde und den Alltag vieler Kieler prägt.

Die Ausstellung zeichnet die Entwicklung in einzelnen Stationen nach: Von den schwierigen Anfängen in dänischer und der Belebung in preußischer Zeit sowie von der umfassenden Modernisierung der inzwischen erfolgreichen Werft 1895. Erst mit dem Beginn des 1. Weltkrieges wurde vorrangig für die Kaiserliche Marine produziert, so dass das Unternehmen ebenso wie die anderen Kieler Werften mit Kriegsende und Versailler Vertrag in eine schwere Krise geriet.

Mit der Rüstungsproduktion der Nationalsozialisten seit 1937 machten die Howaldtswerke wieder Gewinne und entgingen nach 1945 als einzige der Kieler Werften der Demontage. Das florierende Reparatur- und Schiffsumbaugeschäft seit 1946 und der Schiffbau-Boom der 1950er Jahre nehmen in der Ausstellung einen großen Raum ein. Als prägende Figur ist in diesem Zusammenhang der damalige Vorstandsvorsitzende Adolf Westphal zu nennen. Nie zuvor war die Palette von Schiffstypen und Auftraggebern größer, nie zuvor und danach arbeiteten mit 13.000 Mitarbeitern im Jahre 1960 so viele Menschen auf der Kieler Werft. HDW erlangte Weltrang.

Die Konkurrenz aus Fernost leitete in den 1960er Jahren die Krise im europäischen Schiffbau ein. Daher schlossen sich 1968 die Kieler Howaldtswerke, die Howaldtswerke Hamburg und die Deutsche Werft zusammen zur „Howaldtswerke-Deutsche Werft AG“. Als sich Anfang der 1980er Jahre die Schiffbaukrise verschärfte, musste HDW die Standorte in Hamburg schließen und die drei Kieler Betriebe auf Gaarden konzentrieren.

Mit dem Modernisierungskonzept „Werft 2000“ versuchte HDW, den Handelsschiffbau aufrecht zu erhalten. Doch der Eigentümerwechsel zur Babcock Borsig AG und deren Konkurs führte 2005 zur Fusion mit den ThyssenKrupp Werften, und die Weltfinanzkrise beendete den zunächst erfolgreichen Handelsschiffbau, der von Abu Dhabi Mar weitergeführt wird.

Seit 2013 leitet HDW unter dem neuen Namen ThyssenKrupp Marine Systems den Marineschiffbau von ThyssenKrupp. 1957 mit der Instandsetzung von drei Unterseebooten aus dem Zweiten Weltkrieg gestartet, entwickelte sich der Bau von U­Booten für die Bundesmarine, für die Deutsche Marine und für den Export zur Erfolgsstory. Mit dem Bau von brennstoffzellenbetriebenen U-Booten, von Fregatten und Korvetten gehört ThyssenKrupp Marine Systems heute weltweit zu den führenden Marinewerften.

Teil 2 der Ausstellung: Die Schiffe

Die Schiffe stehen als Produkte der 175-jährigen Werftgeschichte im Zentrum der Ausstellung. 45 hochwertige Schiffsmodelle – neben einigen Leihgaben von der Kieler Werft überwiegend aus dem Sammlungsbestand des Stadt- und Schifffahrtsmuseums – werden eindrucksvoll inszeniert: Wie das Innere eines Schiffsrumpfes mutet die „Schatzkammer“ an, in der die hier gebauten Schiffe im Modell präsentiert werden. Weitere 100 Schiffe lassen sich in alphabetischer Reihenfolge in einer Foto-Datenbank recherchieren. Alle Modelle zusammengenommen dokumentieren den Wandel von der Universalwerft zum Spezialschiffbau anschaulich.

In 175 Jahren Werftgeschichte haben die Howaldtswerke, HDW und heute ThyssenKrupp Marine Systems fast jeden Schiffstyp gebaut. Bis heute sind es rund 1.700 Schiffe. Dem kleinen Frachter „Vorwärts“ mit der Baunummer 1 im Jahr 1865 folgten Schlepper, Schuten, Frachtschiffe bis hin zum modernen Containerschiff, Tanker, Fischdampfer, Walfänger, Fähren und Kreuzfahrtschiffe, Luxusyachten, Spezialschiffe aller Art, Schwimmdocks, Schwimmkräne und Hubinseln, Landungsboote, Korvetten, Fregatten, Kreuzer, Linienschiffe bis hin zu Deutschlands einzigem Flugzeugträger und schließlich U-Boote: vom „Brandtaucher“ bis hin zu den modernsten nicht-nuklearen Brennstoffzellen-Booten.

"Schiffbau bei den Howaldtswerken in Kiel", Gemälde von Harald Duwe, 1976-1978 Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum

„Schiffbau bei den Howaldtswerken in Kiel“, Gemälde von Harald Duwe, 1976-1978
Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum

Neben der einst riesigen Typenvielfalt beeindruckt die breite Palette der Kunden im In- und Ausland. Immer wieder entstanden angesichts einer großen Bereitschaft zur Innovation richtungsweisende Schiffe: Einzigartige Polarforschungsschiffe, mit die ersten Diesel- und Turbinenschiffe der Welt, Fischfabrikschiffe, die ersten Supertanker der Welt, Flüssiggas-Tanker, richtungsweisende Containerschiffe und nicht zuletzt einer von weltweit drei Atom-Frachtern sind als Modelle in der Ausstellung zu sehen.

Das Kapitel Schiffbau macht anschaulich, in welchem Ausmaß der Wandel der Technik und der Technologien das Gesicht der Werft immer wieder verändert hat. Von der einfachen mechanischen Werkstatt ist sie zu einem High-Tech-Betrieb geworden, der nach modernsten Methoden arbeitet. Der Konstrukteur nutzt nicht mehr das Reißbrett, sondern den Computer. Der Schiffbauer nietet Rümpfe nicht mehr zusammen, sondern schweißt sie. Platten und Einzelteile werden nicht mehr von Hand ausgeschnitten, sondern von computergesteuerten Maschinen bearbeitet und zusammengefügt.

Einzig der Stapellauf als ritualisiertes Ereignis im Werftalltag, dem sich die Ausstellung mit Filmsequenzen und weiteren Dokumenten widmet, hat sich als Konstante erhalten. Auch wenn die Schiffe in Kiel unspektakulär im Trockendock aufschwimmen oder, wie die Kieler U-Boote, mit dem Lift zu Wasser gelassen werden.

Teil 3 der Ausstellung: Die Mitarbeiter

Das letzte Kapitel der Ausstellung widmet sich den Mitarbeitern auf der Werft. In welchem Ausmaß sich die Arbeitsbedingungen im Verlauf der 175 Jahre verändert haben, macht der Anteil von gewerblichen zu angestellten Mitarbeitern deutlich: Standen 1910 noch 95 Prozent gewerbliche 5 Prozent angestellten Mitarbeitern gegenüber, sind es heute 40 Prozent Gewerbliche und 60 Prozent Angestellte.

Stellvertretend für die Werftbelegschaft wurden für die Ausstellung sechs Personen aus verschiedenen Epochen ausgewählt, szenografisch vergegenwärtigt durch sechs silhouettenhafte flache Figuren. Sie veranschaulichen jeweils ein zentrales Thema des Werftalltags aus dem Blickwinkel der Mitarbeiter, mit Hörstationen, Dokumenten und weiteren Informationen. Behandelt werden die Themen Arbeitssicherheit, Ausbildung und Weiterbildung, die Rolle der sozialen Einrichtungen und der Familie im Betrieb sowie die Integration ausländischer Mitarbeiter und die Rolle des Betriebsrates als Interessenvertretung der Arbeitnehmer.

Die Ausstellung im Warleberger Hof ist zugleich ein Ort, an dem die Mitarbeiter direkt zu Wort kommen. Im Rahmen einer Geschichtswerkstatt, einem gemeinsamen Projekt von Werft und Museum, wurden gegenwärtige und ehemalige Mitarbeiter als Zeitzeugen im Juli und August vom Hamburger Historiker Dr. Friedrich Stamp zu verschiedenen Themen des Werftalltags interviewt. Diese zu Papier gebrachten Interviews sind die Grundlage für eine vierteilige Gesprächsreihe in der Ausstellung. Bei diesen Veranstaltungen im Museum sollen die wichtigsten Aspekte des Leitthemas der Geschichtswerkstatt, „Leben und Arbeiten auf der Werft im Wandel der Zeit“, vertieft und ergänzt werden.

Ziel ist es, auf der Grundlage der Interviews und der ergänzenden Beiträge auf den Treffen im Museum bis zum Frühjahr 2014 eine Broschüre zu erstellen. Diese von der Werft herausgegebenen Broschüre soll den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Werft eine Stimme geben, soll ihre persönlichen Erfahrungen festhalten und als Zeugnis der Werftgeschichte dauerhaften Wert verleihen.

Weiterführende Links

Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum
Warleberger Hof
Dänische Straße 19 / 24103 Kiel
T 0431 / 901 34 25 / F 0431 / 901 634 53
www.stadtmuseum-kiel.de

Öffnungszeiten: Bis 14. Oktober: täglich 10 bis 18 Uhr; ab 15. Oktober: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr
Eintritt: 3 Euro / ermäßigt: 1 Euro

Führungen:
Öffentliche Führungen: sonntags 15.30 Uhr
Gruppenführungen nach Vereinbarung, besondere Programme für Schulklassen ab Klasse 4, Telefon (0431) 901-3488

Kieler Stadtarchiv stellt Bilderalben der Kaiserzeit vor

Bilderalben aus dem Bestand des Archivs. Foto: Stadtarchiv Kiel

Bilderalben aus dem Bestand des Archivs.
Foto: Stadtarchiv Kiel

Wer mag nicht in alten Bilderalben schmökern? Je älter, desto besser. Wer sich für Fotos über die Geschichte der Stadt Kiel in der Kaiserzeit interessiert, sollte sich den kommenden Donnerstag im Kalender anstreichen.

Das Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum lädt zusammen mit dem Stadtarchiv ein zu einer weiteren Begleitveranstaltung der Ausstellung „Prinz Heinrich von Preußen. Großadmiral, Kaiserbruder, Technikpionier“: Am Donnerstag, 10. Oktober, 19.30 Uhr, gewährt Diplomarchivar Christoph Freitag im Rathaus Einblicke in die umfangreiche Sammlung des Fotoarchivs und stellt Bilderalben der Kaiserzeit vor. Wer in die Alben schauen möchte, muss sich anmelden.

Das Stadtarchiv verwahrt fast 400 historische Fotoalben. Gezeigt werden besonders Alben mit Fotos der kaiserlichen Familie und Stadt- und Hafenansichten. Ein besonderer Schwerpunkt der Sammlung sind Alben zur Marinegeschichte. So erhielt das Stadtarchiv vor Kurzem eine Schenkung von fünf wertvollen Erinnerungsalben des Marinestabsingenieurs Georg Wahl. Er war in den Jahren 1889 bis 1894 mit verschiedenen Schiffen unter anderem im Mittelmeer, in Kamerun und in Samoa unterwegs. Solche Alben zeigen, wie Kieler Marineangehörige ihre Auslandsreisen wahrgenommen haben und wie ihre Identität durch die Marinezeit geprägt wurde.

Weitere Informationen

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei. Aufgrund der begrenzten Zahl der Plätze ist aber eine Anmeldung unter der Kieler Telefonnummer 901-3425 (täglich zwischen 10 und 18 Uhr) erforderlich. Präsentiert werden die Alben im Sitzungssaal Rotunde im 4. Obergeschoss des Rathauses. Treffpunkt ist am Rathauseingang Waisenhofstraße. Weitere Informationen sind unter www.stadtmuseum-kiel.de zu finden.

Die Ausstellung zu Prinz Heinrich ist noch bis zum 27. Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr, vom 15. Oktober an dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, im Warleberger Hof, Dänische Straße 19, zu sehen. Der Eintritt kostet drei Euro, die Teilnahme an einer Führung einen Euro. Öffentliche Führungen durch die Ausstellung gibt es immer sonntags um 11.30 Uhr. Weitere Informationen erteilt das Museum unter Telefon (0431) 901-3425 oder www.stadtmuseum-kiel.de.

Was passiert eigentlich in der Muthesius Kunsthochschule? Die Jahresausstellung 2012/2013

Das PlakatKiel rühmt sich, eine eigene Kunsthochschule zu haben – die Muthesius Kunsthochschule, die sich inzwischen auf ihrem neuen Campus in der Legienstrasse häuslich eingerichtet hat. Doch was genau wird da gemacht?

Alle Kieler und Kunstinteressierte, die sich diese Frage schon gestellt haben, können ab Dienstag, dem 9. Juli ihre Neugier stillen: Die Kunsthochschule lädt dann ein zur Jahresausstellung „Einblicke / Ausblicke“.

Bei dieser Jahresausstellung der Muthesius Kunsthochschule präsentieren angehende Künstler, Designer und Raumstrategen ihre Semesterprojekte und Studienabschlussarbeiten. Neben der eigentlichen Ausstellung werden einige zusätzliche Programmpunkte und Events für die interessierten Besucher vorbereitet.

Die Jahresausstellung wird am 09. juli um 18.00 uhr durch den Vizepräsidenten Prof. Michael Breda im Innenhof des neuen Campus feierlich eröffnet. Von Mittwoch bis Freitag ist die Ausstellung dann täglich von 12.00–18.00 Uhr für Besucher geöffnet.