Kieler Mietspiegel 2014 – keine großen Überraschungen

Die Konjunktur ist im Aufschwung, alle Waren werden teurer und die Nebenkosten steigen. Im Hinblick auf die allgemeine Teuerungsrate in allen Bereichen ist es nicht verwunderlich, dass auch der Kieler Mietspiegel in erster Linie nach oben zeigt. Diese Steigung ist allerdings etwas moderater als in den letzten Jahren.

Im Auftrag des Amtes für Wohnen und Grundsicherung der Landeshauptstadt Kiel hat das Hamburger Forschungsinstitut F+B Forschung und Beratung GmbH den zwölften Kieler Mietspiegel erstellt. Der Kieler Mietspiegel 2014 ist ein „Qualifizierter Mietspiegel“, der aufgrund seiner besonderen wissenschaftlichen Güte in der Rechtsprechung und dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) fest verankert ist. Der Mietspiegel wurde unter Mitwirkung von rund 875 Kieler Mieterhaushalten und einer großen Anzahl von Wohnungsunternehmen und Vermietern in einem Zeitraum von neun Monaten erarbeitet. Im Ergebnis hat sich die Aufwärtsbewegung des Mietpreisgefüges in der Stadt Kiel fortgesetzt. Gegenüber dem vergangenen Mietspiegel kann im Mietspiegel Kiel 2014 erneut ein Anstieg festgestellt werden, und zwar in Höhe von +0,23 Euro je Quadratmeter Wohnfläche beziehungsweise +4,1 Prozent. Damit hat sich der Anstieg gegenüber dem Vormietspiegel verstärkt. Insgesamt ergibt sich im Kieler Mietspiegel für eine frei finanzierte Wohnung eine durchschnittliche Nettokaltmiete je Quadratmeter Wohnfläche und Monat von 5,78 Euro und liegt damit auf dem Niveau des Kieler Mietspiegels 2000 (5,81 Euro).

In der Baualtersklasse vor 1976 kommt es in den ausgewiesenen Mietspiegelfeldern sowohl in der einfachen als auch in der normalen bis guten Lage überwiegend zu einem Mietpreisanstieg. In den schlechter ausgestatteten Wohnungsbeständen kommt es zu einem Anstieg von +0,26 Euro pro Quadratmeter (Küche und Bad normal). In den besser ausgestatteten Wohnungen dieser Baualtersklasse kommt es gegenüber dem Mietspiegel 2012 zu einem geringeren Anstieg von +0,12 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche (Küche oder Bad gut). Nur in der besten Ausstattungskategorie „Küche und Bad gut“ sinkt die durchschnittliche Nettokaltmiete um -0,04 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. In den Wohnungen, die ab 1976 fertiggestellt wurden ergibt sich gegenüber dem Mietspiegel 2012 in allen Mietspiegelfeldern ein Anstieg. Insgesamt steigt das durchschnittliche Mietpreisniveau in der Baualtersklasse „1976 bis 1988“ um 0,11 Euro pro Quadratmeter und steigt in der Baualtersklasse „1989 bis 2013“ um +0,48 Euro pro Quadratmeter. In Wohnungen mit einem Baujahr ab 1989 werden weiterhin die höchsten durchschnittlichen Nettokaltmieten pro Quadratmeter Wohnfläche in Kiel gezahlt, die nicht primär aus Mieterhöhungen und Neuvermietungen im Bestand, sondern auch aus hinzukommenden Neubau resultieren.

Im Mietspiegel Kiel werden die „ortsüblichen Vergleichsmieten“ für nicht preisgebundene Alt- und Neubauwohnungen in Mehrfamilienhäusern, die bis zum 31. Dezember 2013 bezugsfertig geworden sind, ausgewiesen. Er gilt auch für Wohnungen die ehemals einer Preisbindung unterlagen und für die keine Nachwirkungsfrist gilt. Die Beschaffenheit der Gebäude wird über die Baualtersklassen und zusätzlich über besondere Zu- und Abschläge berücksichtigt. Der Mietspiegel gilt nicht für Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern, Penthousewohnungen, Wohnheimplätze sowie Dienstwohnungen, für Wohnungen insbesondere der Sozialen Wohnraumförderung gilt der Mietspiegel nur mit zusätzlichen Einschränkungen. Daten für diese Wohnungen wurden nicht erhoben oder in der Auswertung berücksichtigt.
Die Analyse der erhobenen Daten der energetischen Kennwerte hat erneut gezeigt, dass derzeit die energetische Gebäudequalität keine oder nur geringe Auswirkungen auf den Mietpreis einer Wohnung hat. In der Mietspiegelbroschüre erfolgt ein Hinweis, dass die energetische Gebäudequalität ein Abweichen vom Tabellenmittelwert rechtfertigt.

 

Weitere Informationen

Der Mietspiegel Kiel 2014 wird als Broschüre zum Preis von 2,50 Euro erhältlich sein und erscheint voraussichtlich Mitte November. Der genaue Zeitpunkt wird vom Amt für Wohnen und Grundsicherung bekannt gegeben.

„Kleiner Kiel Kanal“ – ein Projekt für alle Kielerinnen und Kieler

Kiels Innenstadt ist das Wirtschaftszentrum der Stadt und der Region. Sie soll zukünftig mit dem „Kleinen Kiel Kanal“ aufgewertet werden. Gemeinsam mit interessierten Privatpersonen und Verbänden hatte das Stadtplanungsamt das Rahmenkonzept „Perspektiven für die Kieler Innenstadt“ erarbeitet. Darin wurde unter anderem von Kieler Bürgerinnen und Bürgern eine offene Wasserverbindung zwischen dem Kleinen Kiel und dem Bootshafen vorgeschlagen.

Im Herbst 2012 ist dazu ein Planungswettbewerb durchgeführt worden. Die als Sieger hervorgegangene Arbeitsgemeinschaft aus dem Landschaftsarchitekturbüro bgmr, Berlin, Stadtplanungsbüro yellow z urbanism architecture, Zürich/Berlin und Ingenieurbüro Obermeyer, Potsdam hat ihren Entwurf zum Kleinen Kiel Kanal seitdem weiter ausgearbeitet. Jetzt soll die Planung konkretisiert werden; dabei wird die Mitarbeit der Kielerinnen und Kieler weiterhin einen wichtigen Stellenwert einnehmen.

pj2izvgwd474u8d1wibn983tpet1i9-pre 9r1a1x70m6yti9etpl8ho0orcfsote-preKiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer steht hinter dem Kleinen Kiel Kanal: „Wir wollen kein ,kleines Venedig‘. Kiel kommt mit diesem Projekt zu sich selbst zurück. Wir wollen den historischen Wasserlauf wieder aufgreifen und dabei etwas schaffen, das typisch für Kiel ist. Wir laden alle Kielerinnen und Kieler dazu ein, sich an der Feinplanung zu beteiligen“.

Der Mitwirkungsprozess startet mit einem öffentlichen Auftaktabend am Dienstag, 28. Oktober, von 18.30 bis 20 Uhr in der Rotunde im zweiten Obergeschoss des Kieler Rathauses. Zu dieser Veranstaltung sind alle Kielerinnen und Kieler herzlich eingeladen. Im Rahmen der Veranstaltung wird der Vorentwurf von den Berliner Landschaftsarchitekten vorgestellt. Außerdem wird erläutert, wie sich die Kielerinnen und Kieler an der Planung beteiligen können und welche weiteren Schritte vorgesehen sind. Das Beteiligungsverfahren wird vom Büro Luchterhandt aus Hamburg begleitet.

Im Mittelpunkt des Prozesses steht ein sechs Meter langes Modell, das die zukünftige Wasserverbindung zwischen dem Kleinen Kiel und dem Bootshafen zeigt. An dem Modell sollen – in einer Folge von Veranstaltungen – die geplanten Maßnahmen diskutiert, Veränderungsvorschläge erörtert und neue Ideen eingebaut werden. Durch die Ergänzungen wird sich das Modell fortlaufend weiterentwickeln und als Zukunftsmodell die Wünsche der Kielerinnen und Kieler dokumentieren.

„Die Menschen sollen sich in der Innenstadt wohlfühlen, flanieren und in schöner Atmosphäre einkaufen. Wie gut eine Wasserfläche zur positiven Stimmung in der Stadt beitragen kann, hat die Neugestaltung des Bootshafens gezeigt. Auch der Kleine Kiel Kanal wird neue Lust auf die Innenstadt machen und dem Einzelhandel neuen Auftrieb geben“, so Kiels Bürgermeister Peter Todeskino.

Während der nächsten Monate wird das Zukunftsmodell in einem bisher leerstehenden Ladenlokal am Bootshafen (Wall 6-8) allen Interessierten zur Verfügung stehen. Im Zeitraum vom 30. Oktober bis 13. Dezember ist der Laden immer donnerstags und freitags von 16 bis 20 Uhr sowie samstags von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

Weitere Gelegenheit zum Einbringen von Anregungen und Vorschlägen bietet der Marktstand auf dem Kieler Wochenmarkt (Exerzierplatz) am 15. November. Hier wird das Modell aufgebaut und die Besucher können sich nicht nur vor Ort informieren, sondern ihre Ideen zur neuen Wasserverbindung im Modell aufzeigen und ausprobieren.

Zudem werden vom 26. bis 27. November Mitwirkungstage angeboten, an denen Gespräche und Workshops mit unterschiedlichen Interessensgruppen wie Schülern, Gewerbetreibenden und Anliegern durchgeführt werden, um deren Anforderungen sowie Wünsche für die Planung zu ermitteln. Ergänzend werden Planungsspaziergänge zur Holstenbrücke angeboten, bei denen Ideen gesammelt und vor Ort überprüft werden können. Um Anmeldung wird gebeten (buero@luchterhandt.de). Den Abschluss der Mitwirkungstage stellt ein offenes Symposium dar, das die Ergebnisse aller Gruppen zusammenfasst und über weitere Beispiele aus der Praxis informiert.

Im Dezember und Januar werden die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung ausgewertet und den Planern (bgmr Landschaftsarchitekten, Ingenieurbüro Obermeyer, Masuch + Olbrisch Ingenieursgesellschaft sowie ifb Tragwerksplanung) zur Verfügung gestellt und nach Abwägung in den Entwurf eingearbeitet. Mitte Februar ist eine öffentliche Abschlussveranstaltung geplant, in der ein überarbeiteter Entwurf vorgestellt wird und die Begründungen für die Auswahl der eingebrachten Ideen dargelegt werden. Anschließend werden sich die städtischen Gremien mit der Beschlussvorlage zur Realisierung des Kanals als einen wichtigen Stadtbaustein der Innenstadt befassen.

Das Kieler MFG 5-Gelände – selbst eine Meinung bilden!

Verbindung zwischen Holtenau und Pries vom 22. August an geöffnet

Ein großes Areal zwischen Flugplatz Holtenau und Förde kann zum ersten Mal seit 100 Jahren von allen Kielerinnen und Kielern problemlos erkundet werden: Das Gelände des früheren Marinegeschwaders 5 (MFG 5) wird für die Allgemeinheit geöffnet – zumindest ein großer Teil davon. Das wird gefeiert mit einem Fest für alle Kielerinnen und Kieler aus Holtenau, Pries, Friedrichsort und dem Rest der Stadt am Freitag, 22. August, von 16 bis 19.30 Uhr. Zukünftig wird ein großer Teil des Areals Fußgängern und Radfahrern als rund 2,5 Kilometer lange Direktverbindung zwischen Holtenau und Pries dienen. Mit dem Auto darf diese neue Verbindung nicht befahren werden.

Die Landeshauptstadt Kiel hat die Schlüssel für die Pforten zum 2013 von den Marinefliegern verlassenen Gelände von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erhalten. Jetzt darf die Stadt das 80-Hektar-Gelände mitsamt über 90 Gebäuden nutzen, hat aber auch die Verkehrssicherheitspflicht. Zunächst müssen die Gebäude noch vor unbefugten Besuchern geschützt werden. Daher lässt die Stadt einen Zaun aus Maschinengeflecht aufstellen, der den Zugang zu den Gebäuden verhindert. Trotzdem bleibt auf dem Gelände sehr viel freier Platz, der auch zum Spazierengehen bis an die Uferkante einlädt. Die Flächen, die nun frei gegeben werden, dürfen zukünftig tags und nachts betreten und durchquert werden. Dafür wird die Straßenbeleuchtung auf dem Gelände wieder angeschaltet.

Fest auf Gelände nördlich des Tonnenhofes

Einen ungewohnten Blick auf die Innenförde können am 22. August alle Gäste des Festes genießen. Der Veranstaltungsbereich liegt gleich neben dem – weiterhin gesperrten – Plateau, von dem früher die Marinehubschrauber starteten. Zu diesem Veranstaltungsbereich nördlich des Tonnenhofes gelangen die Gäste von den drei Zugängen zum Areal: Am kommenden Freitag werden um 16 Uhr die Tore Schusterkrug (Pries-Friedrichsort) sowie Strandstraße und Eekbrook (Holtenau) für alle Gäste geöffnet – und sie bleiben dann bis auf Weiteres geöffnet. Von den Toren führt der Gang, begleitet von einem Spielmannszug, zur großen Veranstaltungsfläche, auf der gegen 16.20 Uhr die Bigband der Polizei spielt. Anschließend (16.40 Uhr) spricht Oberbürgermeister Ulf Kämpfer zu den Gästen, auch die Ortsbeiräte Holtenau und Pries/Friedrichsort sind bei der Eröffnung dabei. Dann spielt noch einmal das Polizeiorchester (17 Uhr). Grüße der Kirchen und eine Fahnenzeremonie folgen und „De Plattfisch ut Kiel“ singt Shanties (17.50 Uhr).

Zum Abschluss des Festes wird es rockig: Die Band „Nightstick“ spielt von 18.30 bis 19.30 Uhr krachende Rockklassiker. Zum Repertoire der sieben erfahrenen Musiker aus Kiel und der Probstei gehören Songs von Deep Purple und Eric Clapton ebenso wie eigene Kompositionen. Abgerundet wird das Festprogramm für die ganze Familie durch Aktionen und Vorführungen der Sportvereine TuS Holtenau und SV Friedrichsort, des Kulturladens Friedrichsort und des Maritimen Viertels – Kultur am Kanal e.V. Die Freiwillige Feuerwehr Kiel-Schilksee und das Technische Hilfswerk Kiel stellen ihre Fahrzeuge vor. Außerdem können Speisen und Getränke gekauft werden.

Wer am 22. August das frühere MFG-5-Gelände erkunden möchte, muss sich auf längere Wegstrecken einstellen. Am kürzesten ist der Weg zur Veranstaltungsfläche vom Eingang an der Strandstraße. Außer im Holtenauer Waldbereich Voßbrook am Eingang Eekbrook ist das geöffnete Gelände eben. Gegangen und geradelt wird auf ausgebauten Straßen, Sitzbänke am Wegesrand gibt es aber nicht. Nur am Eröffnungstag ist eine Zufahrt zum Gelände vom Schusterkrug her möglich, Parkplätze gibt es aber nur wenige.

Der Weg ist frei, aber die Gebäude sind tabu

Das Grünflächenamt kümmert sich nun um das Areal und organisiert auch das Fest. Es weist ausdrücklich darauf hin, dass die Gebäude hinter den Zäunen für alle Passanten absolut tabu sind. Es ist strengstens verboten, über den Zaun zu klettern. Ein Wachdienst ist auf dem Gelände unterwegs, viele Gebäude sind alarmgesichert. Wer in der Einflugschneise des Flughafens den Schutzzaun überklettert, kann sogar wegen Eingriffs in die Flugsicherheit belangt werden. Über die konkrete weitere Nutzung des Geländes und diverser Gebäude ist noch keine Entscheidung gefallen.

Programm am Freitag, 22. August

16.00 Uhr
Öffnung der Tore Schusterkrug (Pries-Friedrichsort) sowie Strandstraße und Eekbrook (Holtenau)

16.05 bis 16.20 Uhr
Spielmannszug durch das Gelände zum zentralen Veranstaltungspunkt

16.20 bis 16.40 Uhr
Musik mit dem „Großen Polizeiorchester des Landes Schleswig-Holstein“

ab 16.30 Uhr
Aktionen und Vorführungen TuS Holtenau, SV Friedrichsort, Kulturladen Friedrichsort, Maritimes Viertel – Kultur am Kanal e.V.; Technikschau der Fuhrparke von Freiwilliger Feuerwehr Kiel-Schilksee und Technischem Hilfswerk Ortsverband Kiel

16.40 bis 17.00 Uhr
Grußworte OB Kämpfer und Ortsbeiräte Holtenau und Friedrichsort

17.00 bis 17:20 Uhr
Musik mit dem „Großen Polizeiorchester des Landes Schleswig-Holstein“

17.20 bis 17.35 Uhr
Grußworte der Kirchengemeinde

17.35 bis 17.50 Uhr
Fahnenzeremonie mit musikalischer Untermalung durch das Polizeiorchester

17.50 bis 18.20 Uhr
Shanties mit „De Plattfisch ut Kiel“

18.30 bis 19.30 Uhr
Krachende Rockklassiker mit der Gruppe „Nightstick“

Landeshauptstadt finanziert neue inklusive Kieler Projekte

In den vergangenen Jahren haben Wissen, Erfolg und vor allem Schnelligkeit im Alltag einen immer höheren Stellenwert erlangt. Trotz dieser Entwicklung sollten alle Menschen ihr Leben mit den gleichen Chancen gestalten und einen Lebensstil entwickeln können, der ihren Wünschen und Bedürfnissen entspricht. Es ist Ziel und Herausforderung zugleich, allen Kielerinnen und Kielern die selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Um diesem Ziel näher zu kommen, werden engagierte Gruppen, Vereine und Einrichtungen gesucht, die bereits in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung aktiv sind und neue Projekte ins Leben rufen wollen. Damit der Einsatz nicht an knappen Finanzen scheitert, stellt der Kieler Beirat für Menschen mit Behinderung in diesem Jahr mehr als 30.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung.

Es können nur Projekte gefördert werden, die in Kiel angesiedelt sind und Menschen mit Behinderung aktiv beteiligen. Außerdem soll jedes zu fördernde Projekt so angelegt sein, dass es nach einem Jahr ohne weitere Projektförderung auskommt. Gefördert werden können Projekte aus den verschiedensten Bereichen wie beispielsweise Sport, Kultur oder Reisen.

Bewerbungsschreiben von maximal zwei DIN-A4-Seiten Länge können bis zum 31. August per Post an das Amt für Familie und Soziales, Leitstelle für Menschen mit Behinderung, Stephan-Heinzel-Straße 2, 24116 Kiel, oder per E-Mail an van_kann@kiel.de geschickt werden.

Der 1. Platz im Jahr 2012: Stella Wetzig - Weg-frei!

Kieler Kleingartenkonzept: Mitarbeit der Bürger ist gefragt

In Kiel haben Kleingärten seit 1830 eine Tradition. Heute gibt es in Kiel mehr als 10.000 Parzellen auf einer Fläche von rund 500 Hektar. Damit Kleingärten auch in Zukunft ein wichtiger Teil der Naherholung und Selbstversorgung für die Kielerinnen und Kieler sein können, hat die Ratsversammlung die Aufstellung eines Konzeptes zur Entwicklung der Kleingärten beschlossen.

Am Mittwoch, 30. April, präsentierte Bürgermeister Peter Todeskino gemeinsam mit Maria Julius (TGP – Trüper Gondesen Partner Landschaftsarchitekten, Lübeck) und Dr. Ute Fischer-Gäde (Dr. Fischer Kommunikation, Rostock) die Aufgabenstellung dieses Kleingartenentwicklungskonzepts, die Vorgehensweise und die Pläne für die Bürgerbeteiligung. Weitere Gesprächspartner waren Werner Müller (Vorsitzender Kreisverband der Kleingärtner e.V.) und Florian Gosmann (Leiter Stadtplanungsamt).

Die Landeshauptstadt Kiel hat die Büros TGP – Trüper Gondesen Partner Landschaftsarchitekten (Lübeck) und Dr. Fischer Kommunikation (Rostock) damit beauftragt, unter Beteiligung der Öffentlichkeit ein Gutachten zu erstellen, das Vorschläge zur Weiterentwicklung der Kleingartenflächen in Bezug auf deren Qualität sowie die Wünsche und Forderungen der Pächter und Bürger für die Zukunft mit einbezieht. So soll geprüft werden, ob die Anlagen in Qualität, Quantität, Lage und Anordnung weiterhin den Ansprüchen der heutigen Stadt und deren Bewohnern entspricht.

Kleingärten mit Zukunft

Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hat sich der Schwerpunkt der Kleingartennutzung von der Nahrungsmittelproduktion hin zur Erholung und der kreativen Freizeitgestaltung entwickelt. Das Gutachten soll die Datengrundlagen für alle städtischen Kleingärten aktualisieren. Darauf aufbauend sollen Leitlinien und ein umfassendes Kleingartenentwicklungskonzept mit Vorschlägen zur Weiterentwicklung der Kleingartenflächen erarbeitet werden. Auch neue Bedürfnisse und aktuelle Ideen zum Gärtnern in der Stadt werden einbezogen.

Nach ersten Gesprächen innerhalb der Stadtverwaltung, mit dem Kleingartenverband und den Vorständen der Kleingartenvereine beginnt jetzt die Bestandsaufnahme in den Kleingartenanlagen. Seit Dienstag, 22. April, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Planungsbüros TGP in den Kleingartenanlagen unterwegs, um das Gelände zu erfassen. Zwei Teams werden bis Sommer die Parzellennummern aktualisieren sowie die Nutzung der Gärten und wertvolle Baumbestände erfassen. Aktuell unterstützen die Vereine die Arbeiten bereits durch das Beantworten von Fragebögen zu Mitgliederzahl, Alter der Koppeln oder gemeinsamen Aktivitäten im Verein. Nach der Analyse werden die Ergebnisse voraussichtlich im Herbst/Winter 2014 vorgestellt und in diesem Zusammenhang in eine Datenbank eingegeben werden, die sowohl für die städtische Verwaltung als auch für den Kleingartenverband nutzbar ist.

Im Frühjahr und Sommer 2015 ist die Erarbeitung und Diskussion erster Ideen für die weitere Entwicklung geplant, auf deren Basis dann das Kleingartenentwicklungskonzept ausformuliert werden soll. Diese vorläufigen Leitlinien werden anschließend erneut mit Verwaltung, Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern sowie Anwohnerinnen und Anwohnern und der Öffentlichkeit verhandelt.

Im Frühjahr 2016 soll das Kleingartenentwicklungskonzept fertig sein und von der Ratsversammlung als Leitlinie städtischen Handelns verabschiedet werden.

Kielerinnen und Kieler sind zum Mitmachen aufgerufen

Um möglichst viele Kielerinnen und Kieler zur Mitwirkung am Kleingartenentwicklungskonzept zu bewegen, werden während der gesamten Projektzeit verschiedene Möglichkeiten der Beteiligung angeboten. Unter anderem sind sogenannte Gartentischgespräche vorgesehen. In lockerer Atmosphäre können den Planerinnen und Planern Fragen gestellt und Wünsche und Probleme angesprochen werden. Gleichzeitig wird über die weiteren Schritte zum Kleingartenentwicklungskonzept informiert.

Die Termine:

Freitag, 23. Mai

11 Uhr: Vereinsheim Kleingärtnerverein Neumühlen-Dietrichsdorf e.V., Kätnersredder 42
14 Uhr: Kleingärtnerverein Kiel-Werftpark e.V., im Garten von Gert Kussin, Rosenberg Nr. 1290
17 Uhr: Vereinsheim Kleingärtnerverein Pries-Friedrichsort e.V.,
Grüffkamp 111a

Sonnabend, 24. Mai

10 Uhr: Vereinsheim Kleingärtnerverein Kiel-Gaarden-Süd e.V.,
Segeberger Landstraße 2d

Sonntag, 15. Juni

10 Uhr: Vereinsheim Kleingärtnerverein Kiel e.V.,
Kronshagener Weg 97
15 Uhr: Vereinsheim Kleingärtnerverein Kiel-Schusterkrug e.V.,
Diekmissen 19

Alle Kleingärtnerinnen und Kleingärtner sowie interessierte Anwohnerinnen und Anwohner sind herzlich zu den Gartentischgesprächen eingeladen.

An den Sonnabenden 14. Juni und 5. Juli werden außerdem für alle Interessierte sogenannte „Talk Walks“ angeboten. Während der beiden geführten Spaziergänge sprechen Gartenfreundinnen und Gartenfreunde über die Freuden, aber auch über die Probleme, die eine eigene Kleingartenparzelle mit sich bringt. Außerdem wird bei den öffentlichen Rundgängen unter anderem die Bedeutung der Kleingartengebiete für das Stadtklima und als Lebensraum der Stadtnatur Thema sein. Gestaltet und moderiert werden die Spaziergänge von dem Spaziergangsforscher Bertram Weisshaar, der durch Kleingartenbesuche in verschiedenen deutschen Städten zahlreiche Kleingartenkonzepte kennen gelernt hat.

Auch in der Phase der Zielformulierung und des Konzeptentwurfs im Frühjahr und Herbst 2015 wird den Kielerinnen und Kielern die Möglichkeit geboten, sich über den Verlauf des Projekts zu informieren. Bei öffentlichen Sammelveranstaltungen für die Ortsbeiräte können Verwaltung, Planung und Öffentlichkeit gemeinsam konkrete Themen diskutieren und Argumente austauschen.

Mitplanen und Mitreden sind wichtige Bausteine bei der Erarbeitung des Kleingartenentwicklungskonzepts der Landeshauptstadt Kiel. Daher wird die Öffentlichkeitsarbeit im Laufe des Projekts durch eine Ideenwerkstatt ergänzt. Zudem ist eine Vortragsveranstaltung über das urbane Gartenwesen geplant.

Planungsschritte, anstehende Termine und weitere Informationen zum Kleingartenentwicklungskonzept finden Interessierte im Internet unter www.kiel.de/kleingarten.

Ulf Kämpfer ist nun offiziell Kiels neuer Oberbürgermeister

Die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt Kiel hat einen neuen Oberbürgermeister: Dr. Ulf Kämpfer wurde in einer Sondersitzung der Kieler Ratsversammlung am Montag, 14. April 2014, durch Stadtpräsident Hans-Werner Tovar vereidigt. Zahlreiche Kielerinnen und Kieler, darunter Gäste aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft, verfolgten die Vereidigung im Ratssaal des Rathauses und beglückwünschten den neuen Oberbürgermeister beim anschließenden Empfang. Kämpfer wechselt aus der Landesregierung zur Landeshauptstadt: Noch ist der 41-jährige Kieler Staatssekretär im schleswig-holsteinischen Umweltministerium. Seine Arbeit im Rathaus wird er am 24. April aufnehmen. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre.

Im Anschluss an die Vereidigung versprach der neue Oberbürgermeister den Kielerinnen und Kielern: „Ich werde mich für Kiel ins Zeug legen. Mit aller Kraft und allen Talenten, die ich besitze.“ Ein besonderes Augenmerk richtet Ulf Kämpfer darauf, den städtischen Haushalt zu konsolidieren. Ihm sei „dabei wichtig, Konsolidierung ‚vom Ende her‘ zu denken und dann die zum langfristigen Ziel hinführenden Schritte zu benennen.“ Kämpfer schlägt daher vor, „im Schulterschluss von Stadtverwaltung und Ratsversammlung eine Konsolidierungskommission zu bilden.“

Insgesamt setzt der neue Verwaltungschef über Parteigrenzen hinweg auf die „Gemeinsamkeit von uns Demokraten und Engagierten“. Auch das Thema Bürgerbeteiligung will Kämpfer „noch ernster nehmen“ und Beteiligungsprozesse zur alltäglichen Praxis städtischer Planung werden lassen. Einen besonderen Dank richtete der neue Oberbürgermeister an Bürgermeister Peter Todeskino, der bereits zum zweiten Mal die Amtsgeschäfte „mit Verve und Professionalität“ geführt habe.

Der Jurist Dr. Ulf Kämpfer (SPD) hatte als gemeinsamer Kandidat von SPD, Grünen und SSW am 23. März die OB-Direktwahl mit 63,12 Prozent der Stimmen gewonnen. Er wird Nachfolger der im Oktober 2013 nach einem knappen Jahr im Amt befindlichen, frühzeitig zurückgetretenen Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke (SPD), die dem ebenfalls nur kurze Zeit als Kieler Oberbürgermeister agierenden aktuellen Ministerpräsidenten des Landes, Torsten Albig (ebenfalls SPD) folgte.

Als OB ist Kämpfer im Kieler Rathaus auch für den Bereich Wirtschaft verantwortlich. Zu seinem Dezernat gehören das Pressereferat, das Rechtsamt, das Rechnungsprüfungsamt, das Amt für Wirtschaft, das Referat für Gleichstellung und der Eigenbetrieb der Beteiligungen der Landeshauptstadt Kiel.

Zur Person

Ulf Kämpfer wurde am 16. Juni 1972 in Eutin geboren, machte sein Abitur in Plön und absolvierte den Zivildienst in Hamburg. In Göttingen und Galway/Irland studierte er Rechtswissenschaften und Philosophie. Anschließend war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag. Kämpfer setzte seine wissenschaftliche Arbeit an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Columbia University in New York fort, promovierte und machte das zweite juristische Staatsexamen.

Nach Tätigkeiten in zwei schleswig-holsteinischen Landesministerien trat Dr. Ulf Kämpfer 2008 in den Justizdienst ein. Er war Familien-, Zivil- und Bereitschaftsrichter sowie Mediator am Amtsgericht Kiel, zuletzt abgeordnet an das Oberlandesgericht Schleswig. Es folgte der Schritt zurück zur Landesregierung: Im Juni 2012 wurde Kämpfer Staatssekretär und Amtschef des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein. In zehn Tagen wechselt er nun von dort ins Kieler Rathaus. Dr. Ulf Kämpfer ist verheiratet mit der Anke Erdmann, Abgeordneten des Schleswig-Holsteinischen Landtages (Die Grünen) und Vater eines achtjährigen Sohnes.

Kiel hat einen neuen Oberbürgermeister – Kämpfer setzt sich im ersten Wahlgang durch

Bei den Wahlen zum obersten Kieler Verwaltungschef setzte sich Dr. Ulf Kämpfer (SPD) mit 63,1% aller abgegebenen Stimmen deutlich von seinen Mitbewerbern ab. Der 41-jährige, der als gemeinsamer Kandidat der SPD mit Grünen und SSW ins Rennen ging, wurde damit bereits im ersten Wahlgang als neuer Oberbürgermeister gekürt. Die weiteren Kandidaten Stefan Kruber (CDU) und Detlef Hackethal (Linke, als Einzelbewerber ins Rennen gegangen) wurden mit 28,3% und 8,5% auf die Plätze verwiesen.

Ulf Kämpfer wird als Kieler Oberbürgermeister Nachfolger von Susanne Gaschke, die am 28. Oktober 2013 von ihrem Amt zurückgetreten war. Zum fünften Mal wurde in Kiel der Oberbürgermeister oder die Oberbürgermeisterin direkt gewählt.

Es war wohl die Überraschung des Abends, dass die Wahl derart deutlich für den „grünstmöglichen SPDler“ ausging. Seine beiden Vorgänger, ebenfalls beides Kandidaten der SPD, hatten ihr Amt eher unrühmlich verlassen. Torsten Albig machte sich mitten in der ersten Amtszeit auf zu neuen Ufern, in dem er Ministerpräsident von Schleswig-Holstein wurde, Dr. Susanne Gaschke konnte sich als Quereinsteigerin ohne viel Verwaltungserfahrung nicht mal ein ganzes Jahr im Amt halten. Doch das „rote“ Kiel konnte der Partei diese Fehlgriffe wohl schnell verzeihen und so wird Ulf Kämpfer ohne Stichwahl am 14. April zum neuen Oberbürgermeister vereidigt werden.

Zahlen und Fakten

Gemeindewahlleiter Wolfgang Röttgers verkündete am Sonntagabend im Ratssaal des Kieler Rathauses das vorläufige amtliche Endergebnis der OB-Wahl:

Wahlberechtigte: 195.861
Ungültige Stimmen: 1.862
Gültige Stimmen: 87.929

Detlef Hackethal (Einzelbewerber) – 7.515 Stimmen – (8,54 Prozent)
Dr. Ulf Kämpfer (SPD/Grüne/SSW) – 55.507 Stimmen – (63,12 Prozent)
Stefan Kruber (CDU) – 24.907 Stimmen – (28,32 Prozent)

Die Wahlbeteiligung lag bei 45,84 Prozent.

Gemeindewahlleiter Wolfgang Röttgers dankte am Wahlabend den Wahlhelferinnen und Wahlhelfern in den 107 Wahlbezirken für die schnelle Auszählung der Stimmen trotz der Doppelbelastung durch Oberbürgermeisterwahl und Bürgerentscheid.

Das endgültige amtliche Ergebnis der OB-Wahl wurd in der Sitzung des Gemeindewahlausschusses am Mittwoch, 26. März im Magistratssaal des Rathauses festgestellt.