Woche der Brüderlichkeit im März zu Gast in Kiel

Die „Woche der Brüderlichkeit“ hat Tradition: Zur Förderung des Dialogs zwischen Christen und Juden und zur Aufarbeitung des Holocausts hat der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit 1952 diese Festwoche ins Leben gerufen. Seitdem wird die Woche der Brüderlichkeit jährlich im März gefeiert und ist mittlerweile in Deutschland ein Symbol für das Miteinander und die starke Verbindung der Religionen. Die zentrale Eröffnungsfeier der Woche der Brüderlichkeit findet immer in einer anderen Stadt der Bundesrepublik statt – am 9. März in der Landeshauptstadt Kiel.

„Ich bin stolz darauf, dass in diesem Jahr die Woche der Brüderlichkeit in Kiel stattfindet. Die Pflege des christlich-jüdischen Dialogs bedeutet mir sehr viel und ich freue mich, dass die Landeshauptstadt Kiel als Gastgeberin hierzu einen wichtigen Beitrag leisten kann“, erklärte Stadtpräsident Hans-Werner Tovar bei der bundesweiten Auftaktpressekonferenz zur Woche der Brüderlichkeit am Donnerstag, dem 27. Februar.

Bei der zentralen Eröffnungsfeier zur Woche der Brüderlichkeit verleiht der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit traditionell die „Buber-Rosenzweig-Medaille“. Seit 1968 werden damit Personen, Institutionen oder Initiativen ausgezeichnet, die sich insbesondere um die Verständigung zwischen Christen und Juden verdient gemacht haben. Die Medaille wird in Erinnerung an die jüdischen Philosophen und Pädagogen Martin Buber und Franz Rosenzweig verliehen. In diesem Jahr erhält die Auszeichnung György Konrád für sein Engagement für eine freie Gesellschaft und gegen Rassismus und Antisemitismus insbesondere in seinem Heimatland Ungarn. Die Werke des Schriftstellers und Essayisten sind geprägt von einem Werben für ein Europa, dessen Seele sich den Werten von Freiheit und Frieden, Vielfalt und Toleranz verdankt.

Ein abwechslungsreiches Programm unter dem Motto „Freiheit-Vielfalt-Europa“

„Freiheit-Vielfalt-Europa“ – diesem Motto haben sich auch die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in diesem Jahr verschrieben. Neben einer Vielzahl von Lesungen, Führungen und Gottesdiensten gibt es auch eine Ausstellung im Kieler Rathaus, die dieses Thema aufgreift. Vom 10. März bis zum 28. März sind in Raum 184 im Rathaus, Fleethörn 9, Arbeiten des Kunstkursus der 13. Jahrgangsstufen des Beruflichen Gymnasiums des Regionalen Berufsbildungszentrums (RBZ) Wirtschaft Kiel zu sehen. Fotografisch begleitet wurde der Kunstkursus von der Klasse FDE12a der Berufsfachschule für Design, Schwerpunkt Foto, des RBZ Wirtschaft. Die Ausstellung zeigt meist dreidimensionale Werke, Fotos des Entstehungsprozesses der Arbeiten sowie Texte mit den jeweiligen Gedanken der jungen Künstlerinnen und Künstler zu ihrem Werk.

Mit der historischen Entwicklung jüdischen Lebens in Kiel beschäftigt sich ein Kursus an der Förde-vhs. Jeweils donnerstags am 13., 20, und 27. März von 18 bis 20 Uhr, in Raum C138 der Förde-vhs, Muhliusstraße 31, gibt Wolfgang Heise einen Einblick in „Jüdisches Leben in Kiel gestern und heute“. Die Teilnahmegebühr beträgt 29 Euro. Anmeldungen nimmt die Förde-vhs unter der Telefonnummer (0431) 901 5200, per E-Mail unter info@foerde-vhs.de oder im Internet unter www.foerde-vhs.de entgegen.

Einen Einblick, wie unterschiedlich die Situation der Juden in den einzelnen europäischen Ländern ist, gibt eine sechsteilige Vortragsreihe. Den Anfang machte am Montag, 24. Februar, Stephan J. Kramer, der mit seinem Vortrag „Gedanken zur Zukunft der Juden in Europa“ zu Gast im Kieler Rathaus war. Im Propsteisaal, Falckstraße 9, und dem Gemeindezentrum St. Nikolaus, Rathausstraße 5, werden dann in den nächsten Wochen weitere Vorträge zur Geschichte der Juden in Schleswig-Holstein, Polen, Litauen, Russland und der Ukraine folgen.

Ein Konzert der besonderen Art erwartet Musikfans am Sonntag, 1. Juni, um 20 Uhr im KulturForum im Neuen Rathaus, Andreas-Gayk-Straße 31. Rabbi Walter Rothschild präsentiert eine Auswahl seiner witzigsten Lieder und schlagfertigsten Texte. Unterstützt wird der Rabbiner, Autor und Kabarettist von der vierköpfigen Band „The Minyan Boys“.

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